Sporttherapeut: Das Berufsprofil

Kann Sport bei körperlichen oder seelischen Krankheiten helfen? Eine Frage, die keineswegs abschließend beantwortet ist. In der Praxis wird die Antwort dem Sporttherapeuten übertragen.


Der Sporttherapeut soll helfen, körperliche, psychische und soziale Beeinträchtigungen mittels auf den Patienten abgestimmter sportlicher Übungen zu überwinden. Grundlage des Berufes ist ein Studium des Faches Sport, einige Hochschulen bieten Sporttherapie als eigenständiges Studienfach. An den meisten wird es aber als Nebenfach im Rahmen des sportwissenschaftlichen Studiums gelehrt. Neben dem Sport selbst wird das Wissen über Gesundheit, Prävention und die therapeutische Anwendung des Sports gelehrt. In Abstimmung mit der Bildungsstätte können weitere Fächer belegt werden. Über das aktuelle Angebot für Sporttherapie informiert die Bundesanstalt für Arbeit. Als Abschluss können Bachelor und Master erreicht werden, die Studiendauer beträgt bis zu fünf Jahren.

Abitur ist Voraussetzung für ein Studium als Sporttherapeut
Voraussetzung für ein Studium sind Abitur oder Fachhochschulreife. Der Studienbewerber sollte schon bis dahin Sport betrieben haben. Selbstvertrauen und das Zutrauen, Menschen führen zu können, sind unabdingbar. Eigene Erfahrungen in der Arbeit in Sportvereinen wie etwa als Gruppenleiter sind hilfreich. Das bedeutet aber nicht, dass der angehende Sporttherapeut Leistungssportler sein oder gewesen sein muss.

Die Berufswahl Sporttherapeut erfordert Mut zum Risiko
Generell sind die beruflichen Möglichkeiten von Sporttherapeuten durch die finanzielle Enge im Gesundheitswesen beeinträchtigt. Deshalb muss der junge Mensch, der diesen Beruf ergreifen will, einen gewissen Mut zum Risiko aufbringen und bereit sein, auch außergewöhnliche Wege zu gehen. Besondere Aufstiegsmöglichkeiten darf er nicht erwarten. Er muss Geduld, Menschenkenntnis und die Bereitschaft, sich selbst zurück zu nehmen, mitbringen. Dann öffnet sich ihm ein reizvoller Beruf

Breites Aufgabengebiet
Der Sporttherapeut soll vor allem in Akut-Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und solchen der Medical-Wellness, aber auch als Mitarbeiter von Sportärzten oder -vereinen und -verbänden Kranken helfen, ihre körperlichen oder psychischen Defizite zu überwinden. Dahingestellt muss bleiben, ob der Sport die an ihn gestellten Erwartungen überhaupt erfüllen kann. Da herkömmliche Kuranwendungen immer weniger von den Krankenkassen bezahlt werden, soll offensichtlich hier der Sport in die Bresche springen und dazu beitragen, dass nicht nur die Gesundheit wieder hergestellt, sondern auch die Prävention gefördert wird.