Spracherkennungssoftware: Welche ist die beste?

Welche Möglichkeiten eine Spracherkennungssoftware bietet und welche Faktoren für die Auswahl zu beachten sind, ist auf den ersten Blick nicht immer leicht zu erkennen.


Es gibt gute Gründe für den Einsatz einer Spracherkennungssoftware. Denn nicht jeder Vielschreiber kann auf eine Sekretärin zurückgreifen, die ein diktiertes Band abtippt. Außerdem gibt es Menschen, die sich mit der direkten Eingabe eines Textes über die PC-Tastatur schwer tun oder denen eine körperliche Behinderung dies unmöglich macht.

Aufgaben und Möglichkeiten
Was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff Spracherkennungssoftware? Grundsätzlich erfüllt sie zwei Aufgaben: Erstens können eigene Texte und Ideen direkt per Headset in den Computer diktiert werden, der sie sofort in geschriebenes Wort "übersetzt". Das lästige und mitunter zeitraubende Tippen von handschriftlich verfassten oder noch nicht niedergelegten Sätzen und Seiten entfällt. Eine Wohltat für Vielschreiber und langsame Zehnfinger-Suchsystem-Schreiber.
Eine weitere mögliche Anwendung besteht im sprachlichen Navigieren des Computers durch und mit Programmbefehlen. Das Eingeben von Befehlen über die Tastatur entfällt. Diese Anwendung ist für Menschen geeignet, die beim Diktieren und Arbeiten mit dem Computer beide Hände frei haben wollen oder für Menschen mit Behinderungen, die den Einsatz von Tastatur und Maus erschweren oder unmöglich machen.
Außerdem bieten die meisten Produkte die Möglichkeit, sich Texte vom Computer vorlesen zu lassen. Dies dient der Überprüfung, ob Texte sinnvoll formuliert und beim Empfänger auch verständlich ankommen.

Auswahlkriterien
Obwohl sich die Qualität von Spracherkennungssoftware in den letzten Jahren stark verbessert hat, sind sie noch nicht in der Lage alles Gesprochene hundertprozentig in sinnvollen Text umzuwandeln. Besonders Menschen mit ausgeprägtem Dialekt oder mit Nuschel-Faktor werden die eigene Sprache erst ein wenig anpassen müssen, bevor die Anwendung ihnen alles "von den Lippen ablesen" kann. Diese "Verbesserung" der eigenen Aussprache hilft aber bereits in der täglichen Kommunikation mit anderen, sei es im persönlichen Gespräch oder am Telefon. In dieser Übungsphase zeigt sich auch, wer anpassungsfähiger ist: die Technik beim Umsetzen der menschlichen Sprache oder der Mensch im Hinblick auf die möglichen Tücken des Programms.
Gute Spracherkennungssoftware verfügt bereits bei der Anschaffung über ein großes Standard-Vokabular, das für den sofortigen Alltagsgebrauch problemlos einsetzbar sein sollte. Wichtig ist darüber hinaus eine schnelle und einfache Möglichkeit, eigene Wortschöpfungen oder nicht enthaltenes Vokabular zu ergänzen, um dieses dann korrekt zu erfassen und zu schreiben.
Wichtig ist daneben auch ein schneller und leistungsstarker Prozessor im eigenen Computer. Nur so kann die Software einen in normalem Sprechtempo diktierten Text zügig und problemlos in Wort und Schrift umwandeln.

 

Spezielle Versionen
Für anspruchsvolle Autoren bietet hochwertige Spracherkennungssoftware den Zusatznutzen, spezielles Vokabular erwerben zu können, zum Beispiel mit juristischen oder medizinischen Fachbegriffen. Da diese aber in der Regel wesentlich teurer sind, kann der "normale" Schreiber, Autor oder Schriftsteller wohl darauf verzichten.
Für Menschen, die beim Diktieren beide Hände frei brauchen oder lieber auf und ab gehen, ist ein kabelloses Headset dagegen eine sinnvolle Ergänzung zum meist mitgelieferten kabelgebundenen Set. Dies gilt natürlich auch für Anwender mit körperlichen Behinderungen. Dabei sollte eine Spracherkennungssoftware auch daraufhin geprüft werden, wie es mit dem Einfluss von Hintergrundgeräuschen auf das erzielte Schreibergebnis aussieht. Das heißt, stören diese Geräusche bei der Aufnahme so, dass der gesprochene Text nur mangelhaft vom Programm umgesetzt wird.
Wofür man sich am Ende entscheidet, hängt maßgeblich von den persönlichen Anforderungen und Wünschen des Anwenders ab. Und ein Tipp zum Schluss: Es sollte nie vergessen werden, eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung über den erstellten Text laufen zu lassen. Es könnte sich lohnen.