Nach einem Schlaganfall treten besonders zwei Arten des Sprachausfalls auf. Bei der ersten ist das Sprechen, also der Vorgang an sich, gestört. Es fällt dem Patienten schwer, seine Mundbewegungen so zu koordinieren, dass erkennbare Worte gebildet werden. Das Ergebnis ist eine undeutliche, verwaschene Aussprache, die bis hin zur völligen Unverständlichkeit gehen kann.
Die zweite Art der Sprachstörung betrifft das Sprachzentrum im Gehirn. Bei diesen Aphasien genannten Ausfällen kann der Betroffene nicht oder nur sehr langsam auf das mentale Lexikon, alle im Gedächtnis gespeicherten Wörter, zugreifen. Er weiß zwar, was er sagen möchte, kann aber die passenden Vokabeln nicht finden oder benutzt falsche Bezeichnungen. Eine andere Art der Aphasie ist die falsche Verwendung von Satzstrukturen: Die Worte werden zwar deutlich ausgesprochen, dies jedoch in einer völlig falschen Reihenfolge. Auch Schwierigkeiten beim Verständnis von Gehörtem ist die Folge dieser Störung im Sprachzentrum des Gehirns. Da der Zugang zu den Worten und ihrer Bedeutung blockiert ist, kann es passieren, dass der Patient zwar hört, was gesprochen wird, aber nicht erfassen kann, worum es geht.
Aphasietherapie
Hier ist eine bestimmte Aphasietherapie oder auch Sprachtraining (logopädisches Training) nötig. Zunächst wird eine Analyse der noch erhaltenen Fähigkeiten aus diesem Bereich, also Lesen, Schreiben, Sprechen und Sprachverständnis, erstellt. Danach versucht der Logopäde mit unterschiedlichen, teils spielerischen Mitteln, den Patienten zum Sprechen zu bringen. Trainiert werden dabei, je nach Störung, vor allem Begriffsfindung und Artikulation. Dabei müssen beispielsweise bestimmte Alltagsgegenstände benannt oder eine Unterhaltung geführt werden. Wert wird auf eine möglichst praxisnahe Anwendung gelegt.