Sprechapraxie: Therapieformen

Die meisten Anzeichen einer Sprechapraxie bestehen darin, dass der oder die Betroffene eine deutliche Sprechanstrengung zeigt und ein Suchverhalten nach den richtigen Artikulationsbewegungen.


Bei der Sprechapraxie können die richtigen Laute nicht gefunden werden, sie werden durch andere ersetzt oder gar ganz ausgelassen. Auch sprechen die Betroffenen meist sehr langsam in einer monotonen Sprechweise, weil sie zwischen den einzelnen Silben Pausen machen, um eine Bewegungsplanung durchzuführen, betonen das Gesprochene nicht oder beginnen bei Fehlversuchen immer wieder von vorn. Dadurch kommt es zu einer Einschränkung der Verständlichkeit, da Unterbrechungen des Sprechflusses stattfinden.

Was ist eine Sprechapraxie?

In unserer linken Gehirnhälfte sitzt die Steuerzentrale für die Sprechbewegungen im Mund. Nachdem man sich überlegt hat, was man sagen möchte und sich die Sätze im Kopf zurechtgerückt hat, entsteht im Gehirn ein Bewegungsablauf für die Zunge, Lippen, Wangen und den Kiefer, um die Worte nun aussprechen zu können. Wird jedoch bei einem Schlaganfall oder einem Unfall das Hirnareal getroffen, welches die Bewegungsabläufe für das Sprechen steuert, redet man von einer Sprechapraxie. Dadurch sind die Nerven und Muskeln die sich im Mundbereich befinden und die Sprechbewegungen ausführen, nicht mehr funktionsfähig. Es liegt eine Programmierungsstörung von Sprechbewegungen vor. Weitere Ursachen für diese Krankheit können auch Tumore in der linken Gehirnhälfte, Schädelhirntraumas und Infektionen oder Entzündungen im Gehirn sein.

Therapieformen

Behandelt wird eine Sprechapraxie durch fünf verschiedene Therapieformen, bei denen auch auf bestimmte Kriterien geachtet werden muss, um einer erfolgreichen Therapie entgegensteuern zu können. Die erste Form nennt sich "Rhythmisch-melodische Ansätze", wobei die Betroffenen mit schweren Sprechapraxien durch rhythmisch-melodische Muster, bei denen ein bestimmter Takt vorgegeben wird, zum Sprechen stimuliert werden. Mit "Segmentbasierten Ansätzen" wird über die Artikulation von Einzellauten, Silben und Wörtern direkt an der Aussprache gearbeitet. "Wortstrukturelle Ansätze" setzten direkt an Wörter an. Angestrebt wird eine gute Verständlichkeit, wenn auch einige Laute innerhalb der Worte nicht sofort richtig erfasst werden können. Durch "Cueing - Techniken" wird die Artikulation mit visuellen, gestischen oder taktilen Hinweisreizen unterstützt. "Alternative und / oder argumentative Kommunikationsformen" sind sinnvoll, wenn dauerhaft keine lautsprachlichen Äußerungen möglich sind. Argumentative Kommunikationsformen werden zur Unterstützung der Artikulation eingesetzt, während die alternativen Kommunikationsformen der Ersetzung des Sprechens dienen.