Sprecherziehung: Seminare und Übungen

Sprecherziehung ist nicht nur ein Thema der frühkindlichen Pädagogik, sondern bezieht sich auf Menschen jeden Alters.


Der gekonnte Umgang mit Sprache öffnet jedem Menschen Tür und Tor in allen Lebensbereichen. Gerade in der heutigen Zeit ist es häufig unerlässlich, die „richtigen Worte“ zu finden. Erfolg in Beruf und Privatleben, Anerkennung und Sympathien hängen davon ab. Eine gezielte Sprecherziehung sollte schon frühzeitig gefördert werden, lässt sich aber auch im Lauf des weiteren Lebens noch intensivieren.

Definition

  • Der Begriff Sprecherziehung lässt sich zunächst in drei wichtige Bereiche unterteilen. Damit ist zum einen die frühkindliche Ausbildung zu einer guten Kommunikationsfähigkeit gemeint. Dabei sollen die Kinder lernen, ihre Bedürfnisse, Absichten und Gedanken über die Sprache im alltäglichen Umgang möglichst deutlich ausdrücken zu können.
  • Ein weiterer Bereich ist die Sprecherziehung für Erwachsene, welche die Sprachgewandtheit und rhetorischen Fähigkeiten gezielt fördert. Diese Form wendet sich vor allem an Menschen, die im öffentlichen Leben vor Publikum überzeugen, geschickt in Verhandlungen sein oder Konflikte lösen müssen.
  • Der dritte Bereich wird im allgemeinen mit dem griechischen Begriff „Logopädie“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um die Therapie von Sprechstörungen, die verschiedene Ursachen haben können und Menschen aller Altersgruppen betreffen.

Seminare und Übungen der Sprecherziehung

  • Die frühkindliche Sprecherziehung erfolgt am besten in einem Kindergarten, der dies als Teil seines pädagogischen Konzeptes berücksichtigt und gezielt fördert. Übungen für die Kinder verlaufen hierbei möglichst spielerisch. Kinder sollten in ihrer sprachlichen Entwicklung nicht durch ständige Verbesserungen verunsichert, sondern in ihrer Ausdrucksfähigkeit und Phantasie konkret ermutigt und motiviert werden.
  • Seminare für Erwachsene befassen sich neben der rhetorischen Ausbildung auch mit Übungen zu den stimmlichen Fähigkeiten. Denn der gekonnte Einsatz einer angenehmen Stimme und einer angemessenen Lautstärke ist genauso wichtig, wie der präzise Umgang mit Wortschatz und Satzbau. Auch lautes Vorlesen will gelernt sein. Es fördert das Sprachtempo und Rhythmusgefühl und kann in Seminaren geübt werden. Selbst die Sensibilisierung der nonverbalen Ausdrucksfähigkeit durch Gestik, Mimik und Körpersprache ist ein relevanter Bestandteil zur erfolgreichen Kommunikation.
  • Noch gehört der Bereich der Sprecherziehung an deutschen Universitäten zu den sogenannten „Orchideenfächern“, obwohl Absolventen dieses Faches nachweislich bessere Chancen im Berufsleben haben. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fachbereich in Zukunft mehr Anerkennung findet.