Spritpreis: Wie wird er reguliert

Der Spritpreis in Deutschland richtet sich nach Angebot und Nachfrage sowied saisionalen Besonderheiten und unterliegt nicht der staatlichen Kontrolle.


Der Spritpreis in Deutschland erreicht immer wieder neue Rekordhochs. Die Preise steigen täglich mehrmals und sinken nur selten. Doch bei den häufigen Änderungen fragt man sich als Verbraucher zu Recht, wie wird der Preis eigentlich reguliert? Liegt es wirklich, wie von den Firmen immer behauptet, an den stetig steigenden Ölpreisen und Konflikten im nahen Osten? Es ist fraglich, ob dies tatsächlich einen solchen Unterschied macht, dass sich der Preis täglich mehrmals ändert. Zumal der Sprit, den man tankt, schon länger an der Tankstelle lagert und sich Konflikte erst nach einigen Wochen bis Monaten auswirken dürften. Und obwohl der Ölpreis momentan sogar noch unter seinem Rekordpreis von 2007 liegt, sind die Spritpreise heute höher. Es kann also nicht nur eine Abhängigkeit vom Ölpreis bestehen, es muss noch andere Ursachen geben.

Angebot und Nachfrage regulieren die Preise
Die Hauptfaktoren, die den Spritpreis bestimmen, sind Angebot und Nachfrage. Treibstoff ist ein Konsumgut und je mehr Menschen es kaufen wollen und darauf angewiesen sind, desto höher können die Konzerne ihre Preise setzen. Es geht ihnen hierbei, wie den Firmen anderer Branchen auch, hauptsächlich um Gewinnmaximierung. Kaum ein Mensch verzichtet auf das eigene Auto, nur weil die Preise steigen, lieber ist man gewillt die steigenden Kosten zu tragen. Oftmals hat man auch keine anderen Möglichkeiten, wenn der Beruf einen beispielsweise durch die verschiedensten Regionen führt und dabei eine hohe Mobilität gefordert ist. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht in der Lage, das Auto in jeder Lebenslage zu ersetzen. Da dieser Umstand den Ölgiganten bekannt ist, nutzen sie ihn aus und regulieren den Spritpreis nach ihrem Belieben.

Preiserhöhungen zu Verkehrshochzeiten
Einen weiteren Grund für steigende Preise bieten Zeiträume, mit einem erwartungsgemäß weit höheren Verkehrsaufkommen als normal. So zum Beispiel Feiertage oder Ferien. Die Konzerne wissen genau, dass viele Menschen mit dem Auto in den Urlaub fahren und erhöhen daher in diesem Zeitraum ihre Spritpreise. Wer seinen Urlaub schon geplant hat, dem wird es schwer fallen auf Grund der gestiegenen Preise noch kurzfristig eine andere Reisemöglichkeit zu finden. Es bleibt dem Verbraucher also meist nichts anderes übrig, als die Preise zu akzeptieren. Die großen Tankstellenmarken richten ihre Preise zudem nach den Konkurrenten und ziehen nach, sollte einer die Preise erhöhen. Es gab im Jahr 2011 zu diesem Umstand sogar eine Untersuchung des Bundeskartellamtes, die jedoch keine Absprache beweisen konnte. Einzig kleine Tankstellenketten oder Private bieten häufig einen niedrigeren Spritpreis als die Großen. Wer also nach einer Möglichkeit zum Sparen sucht, sollte sich informieren und in seiner Umgebung solche Tankstellen suchen.