Spritzlackierer - ein Berufsbild

Um als Spritzlackierer arbeiten zu können, braucht man fundierte Ausbildungsgrundlagen.


Der Spritzlackierer ist ein Spezialist in der Oberflächenbearbeitung. Mit einer Spritzpistole wird Lack mit hohem Druck zerstäubt und auf schichtweise auf Oberflächen aufgetragen. Die Spritzlackierung als Methode der Oberflächenbeschichtung geht insgesamt gleichmäßiger vor als herkömmliche Pinsellackierungen. Trotzdem sind auch hierbei kleine Einschlüsse und Unebenheiten möglich. Der Fachmann für Spritzlackierung hat sich spezialisiert. Das bedeutet, dass er zuvor eine andere Ausbildung absolviert haben muss, um sich zum Spritzlackierer weiterbilden zu können.

berufliche Voraussetzungen?
Um sich auf die Spritzlackierung spezialisieren zu können, muss man entsprechende berufliche Voraussetzungen mitbringen. Dazu gehört eine Berufsausbildung zum Maler und Lackierer. Die Berufsausbildung zum Maler und Lackierer gibt es in drei Fachrichtungen: Einmal als Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung, als Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege und schließlich als Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz. Hier lernt man die Grundlagen über Untergründe, ihre fachgerechte Behandlung und Techniken des Malens sowie Anstreichens und Lackierens. Der zweite Beruf, auf den man eine Weiterbildung zum Spritzlackierer aufbauen kann, ist der Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik. Hier geht es um die Beschichtung anderer Oberflächen, zum Beispiel Holz- oder metallische Oberflächen. Die Beschichtungstechnik ist ein eher industrielles Verfahren, während die Tätigkeit des Malers und Lackierers eher handwerklich ausgelegt ist. Fachmann für Spritzlackierung wird man demnach nicht in der direkten Berufsausbildung, sondern in einer aufbauenden Aus- beziehungsweise Weiterbildung, die sich an die fachverwandte Berufsausbildung anschließt. Die Spezialausbildung zum Spritzlackierer umfasst sowohl praktische, als auch theoretische Inhalte und dauert in der Regel nochmals drei Jahre.

In welchen Bereichen werden Spritzlackierer eingesetzt?
Das wohl bekannteste Einsatzgebiet für Spritzlackierer ist die KFZ-Lackierung. Hier arbeiten die Lackierer mit der Spritzpistole in der Regel nach dem Elektrospritzlackierungsverfahren, um große Oberflächen wie Karosserien ohne allzu großen Lackverlust sauber und gleichmäßig lackieren zu können. Nicht selten muss eine Karosserie neu lackiert werden, wenn ein Lackschaden vorliegt. Entweder beschäftigt die Vertragswerkstatt selbst einen Fachmann für Spritzlackierung oder der Auftrag wird an eine Lackierwerkstatt ausgelagert. Neben der KFZ-Branche kommen diese Speziallackierer auch in der Maschinenherstellung und bei der Fertigung von Büromöbeln zum Einsatz. Wer ganz besonders viel Glück hat, darf sich auch über einen Einsatz in der Luft- und Raumfahrtindustrie freuen. Immerhin müssen Flugzeuge genauso spritzlackiert werden wie Raketen und Raumträger, wobei es bei letzteren eher auf Speziallackierungen statt auf ästhetische Aspekte ankommt. Mit der Ausbildung zum Spritzlackierer sichert sich der Lackierer oder Beschichtungstechniker den Zugang zu einem interessanten Beruf mit guten Perspektiven.