Stammzellentherapie - Heilungschance der Zukunft

Eine Möglichkeit bei der Behandlung von Parkinson könnte die so genannte Stammzellentherapie sein, bei der man sich eine Regeneration der Gehirnzellen erhofft.


Parkinson entsteht durch absterbende Gehirnzellen. Daher wird verstärkt nach Möglichkeiten geforscht, um das Absterben der Zellen zu verhindern oder neue Zellen zu erschaffen. Eine dieser Möglichkeiten ist die Stammzellentherapie. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Parkinsonforschung insbesondere mit Stammzellen, da man sich von diesem Verfahren eine Regeneration der Gehirnzellen erhofft.

Was sind Stammzellen?
Stammzellen sind Zellen, die in der Lage sind, sich in verschiedene andere Zellen zu verwandeln und auch andere Zellen zu erzeugen. Embryos bestehen zunächst nur aus Stammzellen. Erst später verwandeln sich die Stammzellen in organspezifische Zellen, die eine bestimmte Funktion haben, und können dann auch weiterhin Tochterzellen produzieren. Wenn sich die Stammzellen einmal in organspezifische Zellen gewandelt haben, können sie nie mehr zu Stammzellen werden. Allerdings gibt es auch noch beim Erwachsenen Stammzellen. Vor allem im Gehirn wird jedoch deutlich, dass diese adulten Stammzellen nicht mehr in dem Maße neue Zellen produzieren können, wie es notwendig wäre, um tote Zellen zu ersetzen.

Einfache Lösung?
Die Lösung scheint so einfach: Man nehme Stammzellen, pflanze sie im Gehirn ein, und wartet darauf, dass diese Stammzellen neue Nervenzellen hervorbringen. Es bestehen indes einige Einschränkungen: Während die Forschung beispielsweise bei Stammzellen des Knochenmarks schon so weit ist, dass hier adulte Stammzellen transplantiert werden können, ist man bei Nerven- oder Gehirnzellen noch nicht so weit. Hier ist es auch fraglich, ob es überhaupt möglich ist, adulte Stammzellen des Gehirns so weit zu bringen, dass verstärkt neue Zellen gebildet werden. Die einzige Möglichkeit zur Behandlung nach heutigem Wissensstand scheinen embryonale Stammzellen zu sein. Doch hier gibt es eine große ethische Kontroverse. Um mit embryonalen Stammzellen arbeiten zu können, muss der Embryo zerstört werden. Also muss Leben vernichtet werden, um anderes Leben zu erhalten. Genau dies ist der Ansatzpunkt der Kritiker, nach deren Ansicht nicht abgewogen werden darf, ob bestimmtes Leben schützenswerter ist als anderes. In Deutschland ist Stammzellenforschung mit starken Einschränkungen erlaubt. Diese gesetzlichen Beschränkungen verbieten es beispielsweise, einen Embryo zum Forschungszweck zu töten.

Hoffnung auf vollständige Heilung
Die Forscher erhoffen sich, dass mit einer Stammzellentherapie auch eine vollständige Heilung der Parkinsonkrankheit möglich sein wird. Die ersten Ergebnisse scheinen die Forscher zu bestätigen: Versuche bei Nagetieren haben gezeigt, dass beispielsweise Tumore verkleinert werden können oder beschädigtes Zellmaterial nach einem Herzinfarkt repariert werden können. Somit konnte festgestellt werden, dass Stammzellen in der Lage sind, beschädigte Strukturen zu reparieren. Nun wird erforscht, inwieweit diese Versuche auf Gehirn- und Nervenzellen zur Behandlung von Parkinson angewandt werden können.