Steuererklärung einreichen: So erhalten Sie Geld vom Fiskus zurück!

Alle Jahre wieder müssen Millionen Bundesbürger ihre Steuererklärung einreichen. Viele Deutsche, die das zum ersten Mal tun und sich nicht für finanzielle Themen erwärmen können, empfinden dies als lästige Pflicht oder stehen den komplexen Eintragungen ratlos gegenüber.


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Steuern sparen? Das können Sie rückwirkend, indem Sie nach Jahresabschluss Ihre Steuererklärung machen und das Formular korrekt ausfüllen. Denn laut einer großen Zeitschrift erhalten Steuerpflichtige im Schnitt 882 Euro zurück. Zudem wurden in den letzten Jahren durch den Fiskus einige Erleichterungen für das Ausfüllen entwickelt und es gibt Tipps, die die Besteuerten dabei unterstützen können, Geld wiederzuerhalten. 

Wer muss die Steuererklärung einreichen?

  • Grundsätzlich müssen diejenigen, deren Wohnsitz in Deutschland liegt, eine Steuererklärung abgeben. Auch Freiberufler wie Ärzte und Selbstständig sind dazu verpflichtet, ebenso alle, die einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte registriert haben, ausgenommen Behinderte.
  • Deutsche, deren steuerpflichtige Nebeneinkünfte 410 Euro im Monat übersteigen, müssen die Erklärung dem Finanzamt übermitteln. Die Quellen dieser Einnahmen sind vielfältig, typische Beispiele sind Mieteinnahmen oder die Rente. 
  • Rentner, die alleine leben, müssen ebenfalls eine Steuererklärung einreichen, wenn ihre gesamten Einnahmen (Rentenbezüge, Miete, Anlagen etc.) über 7.834 Euro pro Jahr liegen. Für Ehepaare liegt das Limit bei 15.668 Euro. 

Abhängigkeit von den Steuerklassen und besteuerungsfreie Personen

  • Wer für mehrere Arbeitgeber tätig ist, muss ebenfalls eine Steuererklärung einreichen. Dies gilt auch für Steuerpflichtige, die nach den Steuerklassen V oder VI besteuert werden. Insgesamt gibt es sieben Steuerklassen in Deutschland. 
  • Arbeitslose, die Hartz IV beziehen, müssen keine Steuererklärung einreichen. Auch Ehepaare mit gleich niedrigem Gehalt, die den Steuerklassen III oder IV zugeordnet werden, müssen dies nicht tun. Für kinderlose Singles aus den Lohnsteuerklassen I oder II, die ausschließlich Einnahmen aus ihrer Arbeit gewinnen, gilt dies ebenso. 

Frist für das Einreichen der Steuererklärung

  • Bis zum 31. Mai des Folgejahres müssen Sie in der Regel Ihre Steuererklärung einreichen. Wer einen Steuerberater hinzuzieht oder einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, kann die Frist bis zum 31. Dezember verlängern. 
  • Freiwillige Steuererklärungen können bis zu vier Jahre später eingereicht werden. Dabei beginnt die Verjährungsfrist mit dem Ablauf des Kalenderjahres. Wird also eine Steuererklärung für 2013 gestellt, darf diese bis zum 31.12.2017 eingereicht werden.

Der elektronische Weg: ELSTER

  • Die elektronische Steuererklärung, auch unter der Abkürzung ELSTER bekannt, dient dazu, den jahrzehntelangen Papierkrieg mit den Formularen abzustellen. Fast alle steuerpflichtigen Firmenverantwortlichen und Arbeitgeber in Deutschland sind seit 2005 sogar gesetzlich verpflichtet, ihre Lohnsteueranmeldungen, Lohnbescheinigungen und Lohnsteueranmeldungen per ELSTER zu übermitteln.
  • Die Daten für die Einkommenssteuererklärung können elektronisch und authentifiziert übermittelt werden. ELSTER ist meist auch als Schnittstelle in Steuersoftware, beispielsweise im Lexware Programm Taxman, integriert. Solche Programme sind für Besteuerte empfehlenswert, die sich aus Zeitgründen nicht eingehend mit der Steuererklärung beschäftigen können oder denen das Ausfüllen zu komplex ist. Jeder Nutzer kann dabei auf die für ihn relevanten Aktualisierungen bauen (beispielsweise verpflichtende, gesetzliche Neuerungen wie die SEPA-Umstellung). Zusätzliche Hilfe erhalten die Nutzer über Serviceangebote. 

Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt)

  • Die vorausgefüllte Steuererklärung, kurz VaSt, kann ab sofort verwendet werden – nach der Registrierung im ELSTER-Internetportal auf freiwilliger Basis. Der Besteuerte oder jemand, der von ihm ermächtigt wurde, kann zuvor gespeicherte Daten schnell in die Formular-Templates einfügen. 
  • Hier handelt es sich beispielsweise um Daten seiner Versicherungen oder seiner Lohnsteuer, die stets bestehen bleiben.Anschließend werden die Daten an das Finanzamt gesandt. Zuvor aber wird ermittelt, ob sie vollständig sind. Zuweilen sind dann noch Ergänzungen notwendig. 

Belege und Rechnungen

  • Um eine Steuererklärung einzureichen und rückwirkend Geld zu sparen, ist es sinnvoll, Belege oder Rechnungen aufzuheben. Sie können häufig als Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und insbesondere Werbungskosten abgesetzt werden.
  • Unter Werbungskosten versteht man alle Aufwendungen, die sich auf die Arbeit beziehen, beispielsweise für Fahren, Arbeitsmaterialien oder Fortbildungen.
  • Sonderausgaben sind etwa die Gebühren für private Kranken- oder Pflegeversicherungen oder für Rentenprogramme (Rürup, Riester). Zahlungen für den Unterhalt oder nach einer Scheidung oder Kosten, die durch Behinderungen entstehen, sind typische Beispiele für außergewöhnliche Belastungen.

Abschließende Hinweise

  • Professionelle Hilfe bieten nicht nur lizensierte Steuerprogramme. Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine können ebenfalls die korrekte Erstellung der Steuererklärung unterstützen.
  • Es ist für die Steuerklasse entscheidend, ob man Mitglied einer Glaubensgemeinschaft ist und verheiratet oder ledig ist. Arbeitnehmern werden bereits vom Bruttolohn die Sozialabgaben (Versicherungen für Rente, Arbeitslosigkeit, Krankheit) abgezogen.
  • Es ist nicht empfehlenswert, bei der Steuererklärung falsche Angaben zu machen, denn die Spezialisten der Finanzbehörden sind darauf spezialisiert, Betrugsversuche zu erkennen. Hobbyschummler, die glauben, sie könnten den Staat prellen, müssen mit fünfstelligen Strafzahlungen oder gar Gefängnisstrafen rechnen.