Steuerklasse nach der Hochzeit - Steuertipps

Ist die Trauung vorbei, kommt die Frage der Steuerklasse nach der Hochzeit – hier sollte gut überlegt werden, wie die Wahl getroffen wird.


Die Familie sollte laut Gesetz von Staat geschützt und gefördert werden, leider gilt dies nur für Paare mit Kindern. Die Wahl der Steuerklasse nach der Hochzeit ist gut zu überlegen, auch im Hinblick auf die Zukunft, um etwaige Nachteile zu vermeiden.

Wahl der steuerlichen Veranlagung

  • Die erste Frage, die sich im Zusammenhang der Steuerklasse nach der Hochzeit stellt, ist, ob eine getrennte oder eine gemeinsame Veranlagung gewählt wird. Das sogenannte Ehegattensplitting, also die gemeinsame Veranlagung, hat den Vorteil, dass das Einkommen des Paares zusammenaddiert und danach steuerlich auf die beiden Partner hälftig aufgeteilt wird. Das hat den Effekt, dass sich die Steuerprogression senkt, was sich ganz besonders dann finanziell bemerkbar macht, wenn nur einer der beiden Ehegatten arbeitet.
  • Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 36.000 Euro und der Wahl der Steuerklasse III kann sich das monatliche Einkommen um bis zu zehn Prozent erhöhen. Ist das Einkommen der Eheleute allerdings gleich hoch, spielt es keine Rolle, ob einzeln oder gemeinsam veranlagt wird.
  • Um die Vorteile des Ehegattensplittings für das laufende Jahr zu erhalten, muss die Hochzeit nicht zum Jahresbeginn erfolgen. Selbst wenn die standesamtliche Trauung erst am 30. Dezember stattfindet, kommt das Paar rückwirkend in den Genuss der Steuervorteile des Ehegattensplittings bei der Wahl dieser Veranlagung, da sowohl die Veranlagungsart als Steuerklasse nach der Hochzeit gewählt wird.

Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der Steuerklassen

  • Heterosexuelle Paare können nach der Trauung zwischen verschienen Steuerklassen wählen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind Steuerklasse vier/vier sowie die Steuerklasse drei/fünf. Treffen die Partner keine Wahl der Steuerklasse nach der Hochzeit, werden sie automatisch in die Steuerklassenkombination vier/vier eingestuft, was der Steuerklasse eins entspricht. Das heißt, das monatliche Einkommen beider Partner verändert sich nicht wirklich.
  • Diese Kombination ist auch anzuraten, wenn das Bruttoeinkommen beider ungefähr bei gleicher Höhe liegt. Die Steuerklassenkombination drei/fünf rentiert sich dann, wenn entweder einer der Partner nicht arbeitet oder die Differenz der Bruttogehälter bei über 60 Prozent liegt. Die steuerlichen Vorteile der Steuerklasse drei sollte derjenige wahrnehmen, der über das höhere Einkommen verfügt.
  • Anträge auf einen Steuerklassenwechsel aufgrund einer veränderten Lebenssituation müssen bis zum 30. November des laufenden Jahres beim Bürgeramt oder der Gemeinde eingereicht werden. Dabei ist es nicht möglich, dass einer der beiden Partner mittels Vollmacht handelt, der Antrag muss von beiden Beantragenden im Original unterschrieben sein und beide Steuerkarten dem Antrag beiliegen.
  • Wurde der Steuerklassenwechsel nicht beantragt, erhalten die Partner, die zu viel gezahlte Lohn- oder Einkommenssteuer, bei der Veranlagung mit Ehegattensplittung, im Rahmen der Jahressteuererklärung zurück. Der überzahlte Betrag geht also nicht verloren.