Steuervergünstigungen beim Hausbau

Auch nach dem Wegfall der Eigenheimzulage gibt es für Bauherren noch Steuervergünstigungen, mit denen die zukünftigen Eigenheimbesitzer bares Geld sparen können.


Wer den Bau oder Kauf eines Eigenheims plant, konnte sich bisher auf Steuervergünstigungen und finanzielle Zuwendungen aus der Eigenheimzulage verlassen. Diese wurde aber zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Dennoch gibt es eine Reihe von Alternativen, gerade bei Kapitalanlegern.
 
So kann beispielsweise ein vermietetes Gebäude linear abgeschrieben werden. Wer in ein denkmalgeschütztes Haus investiert, darf ebenfalls mit steuerlichen Vorteilen rechnen.

Lineare Abschreibung

Wer eine Immobilie kauft oder baut, um sie zu vermieten, dem bietet sich die Möglichkeit der linearen Abschreibung. Sie wird auch Absetzung für Abnutzung genannt. Das bedeutet, dass der Fiskus annimmt, dass sich ein bewohntes Gebäude im Laufe der Zeit abnutzt und an Wert verliert. Deshalb kann der Eigentümer 50 Jahre lang jedes Jahr 2 Prozent des Kaufpreises von der Steuer absetzen.
 
Die lineare Abschreibung ist sowohl bei Alt- als auch bei Neubauten möglich. Eine Ausnahme bilden Häuser, die vor 1925 erbaut wurden. Ihre Anschaffungskosten können 40 Jahre lang mit jeweils 2,5 Prozent geltend gemacht werden. Die Abschreibungsmöglichkeiten gelten nur für das Gebäude, da der Fiskus davon ausgeht, dass sich ein Grundstück nicht abnutzt. Für das Finanzamt ist also nur der Kaufpreis des Gebäudes von Interesse. Aus diesem Grund wird zunächst der Grundstückswert ermittelt. Er ergibt sich aus der Bodenrichtwerttabelle. Darin wird von Gutachtern der durchschnittliche Wert von Grundstücken gleicher Lage und Nutzung in einem bestimmten Gebiet ermittelt. Dieser Bodenwert wird dann anteilig vom Gesamtkaufpreis abgezogen.

Denkmalschutz

Hohe Steuerersparnisse gewährt der Staat bei denkmalgeschützten Objekten, um diese Häuser bewohnbar zu machen. Bevor der Eigentümer meistens notwendigen Sanierungsmaßnahmen veranlasst, sollte er sich an die Denkmalschutzbehörde wenden. Sie bestätigt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht und entscheidet, welche Modernisierungsarbeiten nötig sind. Nur die Maßnahmen, die das Amt genehmigt hat, können auf die Steuer angerechnet werden. In den ersten acht Jahren kann der Käufer dann jeweils 9 Prozent der Sanierungskosten pro Jahr von der Steuer abziehen.
 
Für die nächsten vier Jahre können jährlich immerhin noch 7 Prozent geltend gemacht werden. Wer sein denkmalgeschütztes Haus selbst nutzt, kann die 9 Prozent sogar zehn Jahre lang als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.
 
Darüber hinaus können bei Altbauten die Anschaffungskosten linear abgeschrieben werden.
Der Erwerb einer denkmalgeschützten Immobilie bietet somit einiges an Steuersparpotenzial. Eigentümer sollten jedoch bedenken, dass ihre Abgaben sich schlagartig wieder erhöhen, sobald die Abschreibungsfristen abgelaufen sind.

Sparerfreibetrag

Auch beim Neubau einer Immobilie ist es möglich, Steuern zu sparen. Dafür gibt es den Sparerfreibetrag. Er betrifft vor allem Personen, die Geld für ihr Eigenheim ansparen. Sie profitieren davon, weil sie auf einen Teil der Zinsen für ihr Erspartes keine Steuern zahlen müssen.
 
Bisher konnten auf Erspartes Zinsen in Höhe von bis zu 1.370 € pro Jahr eingenommen werden, ohne diese zu versteuern.
 
Seit dem Jahr 2007 sind nur noch 750 € Zinsen steuerfrei. Für Ehepaare gilt jeweils der doppelte Betrag. Sie dürfen also 1.500 € Zinsen unversteuert lassen. Außerdem gibt es eine jährliche Werbungskostenpauschale von 51 € für Ledige beziehungsweise 102 € für Ehepaare. Insgesamt ist also ein Freibetrag von 801 € beziehungsweise 1.602 € möglich.
 
Für Einkünfte aus Kapitalvermögen bis zu dieser Höhe muss der Bank ein Freistellungsauftrag erteilt werden. Ansonsten führt sie automatisch 30 Prozent Steuern für Zinsen und 20 Prozent für Dividende ab. Diese kann man sich allerdings am Ende des Jahres bei der Einkommensteuererklärung zurückholen.