Es muss nicht immer Zucker sein. Schließlich macht der auf Dauer und in großen Mengen nicht nur dick, sondern auch krank. Viele Menschen sind schon lange auf Süßstoffe wie Aspartam umgestiegen, was allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist – immerhin ist diese Süße rein chemischer Natur, wenn auch gänzlich ohne Kalorien.
Dabei gibt es etwas viel besseres, was nicht nur ohne Kalorien ist, sondern auch komplett pflanzlich und gut für die Gesundheit! Stevia, ein Süßkraut aus Paraguay, ist nur leider in Deutschland als Lebensmittelzusatz verboten.
Was ist Stevia?
Die Pflanze kommt ursprünglich aus Paraguay und wird dort von den Einheimischen als Süßstoff und sogar als Medizin verwendet. Ihr Geschmack wird als leicht lakritzig und bitter im Abgang beschrieben, süßt aber 300 Mal mehr als Zucker. Außerdem senkt sie nachweislich den Blutzuckerspiegel und bekämpft Zahnbelag. Gerade für Diabetiker und Übergewichtige ist diese süße Pflanze also hervorragend geeignet.
Verboten in Deutschland
Aufgrund einer Studie, bei der Ratten Stevia verabreicht und eine Unfruchtbarkeit der männlichen Tiere festgestellt wurde, ist Stevia in Deutschland und der EU bislang verboten. Kritiker meinen allerdings, dass die den Tieren verabreichte Menge sehr groß war und dass ein Mensch schon die Hälfte seines eigenen Körpergewichts an Stevia-Blätern verspeisen müsste, um eine ähnliche Dosierung zu erreichen.
Allerdings sind trotzdem weitere Versuche notwendig, um das Stevia-Verbot aufzuheben. Dies schreiben EU-Richtlinen zum Verbraucherschutz vor. Vermutet wird jetzt aber, dass Zuckerkonzerne und Süßstoffhersteller weitere Studien veranlasst haben, die eine Gefährlichkeit des natürlichen Süßstoffs und damit einen endgültigen Verbot beweisen sollen.
Neue EU-Richtlinien
In den Neunzigern gab es Stevia allerdings ganz legal in Bio-Läden oder Reformhäusern zu kaufen. Da im Jahre 1997 eine neue Lebensmittelverordnung geschaffen wurde (Novel-Food-Verordnung) und Stevia seitdem als neuartiges Lebensmittel gilt, müssen penible Studien vorgelegt werden, die beweisen, dass der Konsum des Süßstoffs unbedenklich ist. Diese können bis zu 50 Millionen Euro kosten und sind sehr aufwendig. In der Vergangenheit traten immer kleine Fehler bei diesen Untersuchungen auf und somit wurde Stevia in der EU nie zugelassen. Derzeit liegen der Lebensmittelprüfungs-Behörde Efsa drei Anträge vor, die noch auf Zulassung geprüft werden.
Das Internet hats
Es gibt natürlich Mittel und Wege, trotzdem an die pflanzliche Süße heranzukommen. Viele Händler umgehen das Lebensmittelgesetz, in dem sie Stevia als Badezusatz oder Waschmittel anbieten. Allerdings muss hier der Käufer vorsichtig sein, wenn es um die Fehlerlosigkeit des Produktes geht. Stevia wird in Form von Tabs oder als Pulver angeboten. Hier kosten 100 Gramm zwischen sechs und acht Euro. Eine Legalisierung wird von der EU-Kommission für 2010 angestrebt.