Stevia Pflanze nutzen - Die Vor- und Nachteile

Die Blätter der Stevia Pflanze nutzen viele Kulturen als Süßstoffe, der Genuss ist allerdings gemäß WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht ganz unbedenklich.


Wer eine Stevia Pflanze nutzen möchte, muss auf die Stevia rebaudiana zurückgreifen, deren Blätter stark glykosehaltig sind und entsprechend süß schmecken. Von der Stevia sind ungefähr 240 Arten bekannt, verbreitet ist sie von Süd- und Mittelamerika über Zentralamerika bis in die westlichen USA, wo sieben Arten wachsen. Die indianischen Völker Südamerikas und die Asiaten nutzen die Pflanze als Süßstoff, während innerhalb der EU (Europäische Union) die Stevia nicht zu den Lebensmitteln gezählt werden darf.

Stevia – natürliches Süßungsmittel mit politischer Brisanz
1984 kamen nach einer Studie Zweifel an der Unbedenklichkeit von Stevia auf, sodass das Stevia Pflanze nutzen in den USA 1991 sogar verboten wurde, während in Japan die Auszüge des Gewächses seit den 70er Jahren als Süßungsmittel für Bonbons, Kuchen, Tees, Softdrinks und sogar Zahnpasta eingesetzt werden. Nach einer Lockerung des amerikanischen Verbots 1995 sind Steviaprodukte als Lebensmittelergänzung im diätischen Bereich wieder erhältlich, allerdings nicht, ähnlich wie in Deutschland, als Lebensmittelzusatz.

Etwas irritierend ist es, dass sowohl die Japaner als auch Brasilianer seit über 25 Jahren und die Südamerikaner seit Jahrhunderten die Stevia Pflanze nutzen, ohne dass gesundheitliche Folgen bekannt geworden sind. Auch gemäß WHO konnte bis heute keine mutagene Wirkung auf den Menschen nachgewiesen werden, wobei sich in Tierversuchen sowohl eine geringe Toxizität als auch auf den männlichen Genitalbereich eine negative Wirkung zeigte. Allerdings ist bekannt, dass die den Tieren verabreichten Mengen unverhältnismäßig hoch waren, um dieselbe Wirkung zu erreichen, müsste der Mensch über die Hälfte seines eigenen Körpergewichts an Steviablättern verzehren.

Vorteile der Stevia rebaudiana
Um die Süßkraft der Stevia Pflanze nutzen zu können, ist es nicht zwingend, wie zum Beispiel bei Zuckerrohr oder Zuckerrüben, notwendig, das Gewächs zuvor zu raffinieren, die Blätter können frisch verwendet werden. Die Süßkraft der Stevia ist ungefähr 300 Mal höher als die von Zucker, für Diabetiker geeignet und für die Zähne unschädlich, selbst die frischen Blätter erreichen noch eine dreißig Mal höhere Süßfähigkeit als Haushaltszucker. Ein Nachteil diese pflanzlichen Süßungsmittel ist allerdings, dass es kaum Volumen gibt, das heißt, es ist zum Beispiel für Kuchen oder Meringen ungeeignet. Abgesehen davon, ist die Süßkraft der Stevia ein vollwertiger Ersatz für Haushaltszucker.