Die richtigen Techniken müssen erlernt werden, um spätere Probleme wie beispielsweise wunde Brustwarzen von vornherein zu vermeiden. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Positionen, aber nicht jede ist gleichermaßen für jede Frau geeignet. Es sollten immer persönliche Vorlieben und die jeweilige Situation beachtet werden. Wir geben Ihnen eine Stillberatung und klären Sie über die verbreitetsten Stillpositionen auf!
Wiegehaltung
Die klassische Stillhaltung ist die Wiegehaltung. Sie ist für fast alle Frauen und Situationen geeignet, da sie unkompliziert und überall anwendbar ist. Ausnahmen bilden Frauen mit sehr starkem Milcheinschuss, diese sollten eine andere Stillposition wählen. Ideal ist diese Haltung für alle Babys, die natürlich entbunden wurden und zum errechneten Geburtstermin auf die Welt gekommen sind. Bei dieser Position liegt der Kopf des Babys in Ihrer Armbeuge, das Gesäß und der Rücken werden mit der Hand und dem Arm gestützt. Gesicht, Bauch und Knie zeigen zu Ihnen. Die Hüfte des Kindes ist auf einer Höhe mit Ihrem Bauch. Sie sollten sich in eine bequeme Position – am besten ein Bett mit vielen Kissen oder ein Stuhl mit Lehne – begeben, damit Sie einen guten Halt haben. Sehr wichtig ist außerdem, dass Sie Ihren Arm abstützen. Die Füße können auf einem Hocker oder Stuhl abgelegt werden.
Kreuzgriff
Diese Stillposition ist auch als Kreuz-Wiegegriff bekannt. Hierbei wird der Kopf des Babys nicht mit der Armbeuge gestützt, sondern mit den Händen. Auch die Position der Arme ist vertauscht. Wenn mit der rechten Brust gestillt wird, wird das Baby mit der linken Hand gestützt. Der Kreuzgriff ist besonders gut für Babys geeignet, die Probleme mit dem Anlegen haben oder die Brust nicht finden.
Rückengriff
Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, wird der Rückengriff (auch Seiten- oder Footballhaltung) empfohlen. Auch für Frühgeburten oder Kinder mit Ansetzschwierigkeiten ist diese Position ideal, da der Kopf besser zur Brust geführt werden kann. Ein angenehmer Nebeneffekt: Sie können während des Stillens Augenkontakt mit Ihrem Kind aufnehmen. Außerdem eignet sich dieser Griff, wenn Sie mal einen Arm frei haben möchten. Der Rückengriff ist ebenfalls die passende Haltung für Frauen mit großem Busen, flachen Brustwarzen, Flach- oder Hohlwarzen sowie für Mütter von Zwillingen. Bei dem Rückengriff wird das Kind – auf derselben Seite, wie auch gestillt wird – wie eine Handtasche unter den Arm der Mutter „geklemmt“. Ihr Arm ruht auf einem Kissen, das sich im Schoß oder direkt neben Ihnen befindet. Die Ausgangslage ist nun Folgende: Das Baby schaut Sie an, seine Nase befindet sich auf Höhe Ihrer Brustwarzen, die Füße zeigen Richtung Rücken. Am besten ist es, wenn die Schultern, der Nacken und der Kopf des Kindes mit der Hand gestützt werden. Um Ihrem Baby den Weg zur Brust zu weisen, sollten Sie den C-Griff benutzen.
C-Griff- so geht er
Hierbei liegen die Finger flach an der Unterseite der Brust, etwa drei Zentimeter von der Brustwarze entfernt. Der Daumen befindet sich oberhalb der Brustwarze auf der Brust. Um dem Kind in den ersten Tagen den Weg zur Brust zu erleichtern, können Sie mit einem leichten Druck des Daumens auf die Brustwarze, das Kind so dirigieren, dass es den Warzenhof gut erfassen kann.
Seitenlage
Die Seitenlage kann ebenfalls gut nach einem Kaiserschnitt durchgeführt werden, da hier kein Druck auf die Operationsnarbe ausgeübt wird. Auch nach einer körperlich anstrengenden Geburt ist diese Position eine gute Alternative zur klassischen Haltung. Besonders geeignet ist die Seitenlage aber für die nächtlichen Stillmahlzeiten, da sich hierbei sowohl Mutter als auch Kind ausruhen können. Bei dieser Position liegen Sie auf der Seite, Ihr Rücken und Kopf sind mit Kissen oder Nackenrollen abgestützt, damit Sie eine ruhige und entspannte Position einnehmen können. Das Kind befindet sich ebenfalls in der Seitenlage, Bauch an Bauch mit Ihnen, auch sein Rücken ist mit Kissen gestützt. So können Sie Ihr Kind an der Schulter halten und es sanft zur Brust führen. Die Vorteile der Seitenlage sind vielfältig: Sie müssen in der Nacht nicht aufstehen und, wenn sich der Stillrhythmus eingestellt hat, können Sie und Ihr Kind nach der Brustmahlzeit entschlummern.
Stillberatung: „Hoppe-Reiter-Position“
Diese Position ist vor allem für ältere Kinder sehr gut geeignet. Auch für Säuglinge, die schlecht saugen – unter einer Saugverwirrung leiden –, Babys, deren Nase verstopft ist, oder für körperlich schwache Kinder ist diese Position die richtige. Ebenfalls geeignet ist sie, wenn Frauen sehr große Brüste haben oder vor allem die unteren Brustareale entleert werden sollen. Die Mutter sitzt bei der „Hoppe-Reiter-Stellung“ aufrecht auf einem Stuhl, das Kind wiederum auf dem Oberschenkel der Mutter. Der Rücken des Babys wird mit der Hand und dem Unterarm abgestützt. Bei etwas größeren Kindern kann es unter Umständen nötig werden, den Kopf zu stützen und ihn leicht nach hinten zu neigen, sodass der Zugang zur Brust erleichtert wird.