Stillen und Ernährung

Mütter sollten während sie stillen auf eine gesunde Ernährung achten. Dazu gehört auch eine ausreichende Wasserzufuhr. Trinken Sie daher täglich eine ausreichende Menge Wasser


Um die Milcheigenschaften und die Milchmenge positiv beeinflussen zu können, raten Ärzte den Müttern, die stillen, zu einer gezielten Ernährung mit wertvollen Inhaltsstoffen. Grundsätzlich müssen keine Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden; wenn sich Unverträglichkeiten beim Säugling zeigen, können Sie immer noch mit einer Änderung ihrer Ernährungsgewohnheiten reagieren. Nur bei leicht verderblichen Gütern sollten Sie eine gewisse Vorsicht an den Tag legen. Das gilt besonders für rohes Fleisch, Muscheln aber auch Lebensmittel, die ungekochte Eier enthalten. Auch Fruchtsäfte sind im Grunde genommen eine gute Idee, weil diese viele Vitamine aufweisen. Die in ihnen enthaltenen Fruchtsäuren können aber beim Baby zu einem wunden Po führen. Sie sollten daher milde Sorten bevorzugen, beispielsweise Bananen-, Pfirsich-, Brombeer- oder Traubensaft.

Trotz einer ausgewogenen Ernährung kann Ihr Baby aber doch mal mit Blähungen, Hautreaktionen oder einem wunden Po auf bestimmte Lebensmittel reagieren. Sobald Eltern bemerken, dass ihr Kind derartige Anzeichen für eine Unverträglichkeit zeigt, sollte auf diese Lebensmittel rigoros verzichtet werden. Speziell blähende Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Bohnen und jegliche Kohlsorten können immer wieder schmerzhafte Koliken beim Säugling auslösen, sodass auf diese Lebensmittel generell von Anfang an verzichtet werden sollte. Ähnlich verhält sich es mit stark gewürzten oder scharfen Speisen. Sie können eine nervöse und unruhige Haltung beim Baby hervorrufen. Manchmal lehnen Babys auch die angebotene Brust ab. Daher sollten Mütter eher zu weniger stark gewürzten Nahrungsmitteln greifen.

Bestimmte Süßigkeiten können ebenfalls Unverträglichkeiten beim Kind hervorrufen. Der Appetit auf Süßes ist in der Stillzeit meist recht groß, jedoch führt der in Schokolade enthaltene Zucker häufig zu Blähungen beim Kind. Alternativ können stark kakaohaltige Sorten genossen werden.

Ausgewogene Ernährung ohne Giftstoffe
Im Allgemeinen sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Kohlenhydraten, Vitaminen und Eiweißen achten. Besonders milchbildende Lebensmittel sollten einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Als besonders vorteilhaft gelten in dieser Hinsicht Rohkost – hier vor allem Mohrrüben – Trockenfrüchte, Bierhefe, Vollkorngetreide und Mandeln. Zusätzlich können spezielle, fertig angemischte, Milchbildungstees genossen werden, die in der Apotheke erhältlich sind. Andere Lebensmittel hingegen haben eine gegenteilige Wirkung, sie hemmen die Milchbildung. Hierzu gehören Salbei, Petersilie, Hibiskus und stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Wie diese Lebensmittel sollten auch jegliche koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Tee, Cola) nur sehr sparsam konsumiert werden, denn Koffein geht in die Muttermilch über und hat unter Umständen nachteilige Effekte auf Ihr Kind. So kann es unruhig und nervös sein, oder in der Nacht wach liegen, da das Koffein bis zu zwei Tage lang in der Muttermilch verbleibt. Auch Alkohol sollte nur zu besonderen Anlässen getrunken werden. Dieser führt nicht nur zu einer Trinkunlust des Kindes, er kann auch in einer verzögerten motorischen Entwicklung des Kindes resultieren. Wenn Sie sich zur Entspannung oder einem exquisiten Mahl ein Glas Alkohol gönnen möchten, sollte dies direkt nach dem Stillen genossen werden, so kann sich der Alkohol im Blut abbauen, die Konzentration nimmt bis zur nächsten Stillmahlzeit wieder ab.
Nikotin während der Stillzeit sollte absolut tabu sein. Denn Nikotin ist ein gefährliches Zellgift, das die Milchbildung und den Milchspendereflex negativ beeinflusst. Es geht schnell in die Muttermilch über und lagert sich dort ab. Das Kind einer Raucherin nimmt sogar gleich zweimal schädliches Nikotin auf, einmal über den Rauch, zum anderen über die Muttermilch. Für das Wohlergehen Ihres Kindes sollten Sie während der Stillzeit auf die Zigaretten verzichten.

Nährstoffmangel kritisch für Mutter und Kind
Vor allem auf eine ausreichend hohe Kalorienzufuhr ist nun zu achten; im Schnitt etwa 300 bis 600 Kilokalorien täglich mehr; sie garantiert, dass Ihr Kind optimal mit allem Nötigen versorgt wird. Diese Angabe ist aber nur ein Richtwert, im Allgemeinen ist es ratsam, sich vom persönlichen Hungergefühl leiten zu lassen. Eine Diät während der Stillzeit kann unter Umständen ernste Auswirkungen sowohl für Sie als auch für Ihr Kind haben. Beide erhalten während dieser anspruchsvollen Zeit nicht genügend Nährstoffe, das Baby entwickelt sich nicht fahrplanmäßig. Im Speziellen sollten viel Calcium, Omega-3-, und 6-Fettsäuren, Mineralstoffe, Jod und Folsäure auf dem Speiseplan stehen. Bei einer unzureichenden Zufuhr einzelner Stoffe ist nicht nur Ihre Gesundheit sondern auch die Ihres Babys in Gefahr. So führt eine mangelnde Calcium-Zufuhr dazu, dass der Mineralstoff aus den Knochen der Mutter ausgelagert wird. Dieser Mangelzustand kann im späteren Verlauf des Lebens eine Osteoporose begünstigen. Auch eine zu geringe Jodaufnahme – etwa in Form von jodiertem Salz oder Seefisch – führt zu gesundheitlichen Einschränkungen, die Stillende produziert nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone, es kommt zu einer Unterfunktion, der gesamte Stoffwechsel ist herabgesetzt, die Mutter ist geschwächt und abgeschlagen. Eine derart beeinträchtigte Frau kann unter Umständen nicht mehr genügend Energie für den kraftraubenden Akt des Stillens aufbringen.
Eine ausgewogene Ernährung greift des Weiteren auf wertvolle Fette zurück, hier vor allem kalt gepresste Öle und ungehärtete Margarine.

Ausreichend trinken
Grundsätzlich gilt für alle Stillenden: Ausreichend trinken ist während der Stillzeit Pflicht. Da ein Großteil der aufgenommenen Flüssigkeit an das Baby übergeht, besteht ein Mehrbedarf. Um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen, eignen sich besonders Wasser, aber auch entkoffeinierte Getränke. Kaffee und Tee sollten bei empfindlichen Säuglingen nur in Maßen konsumiert werden, denn diese könnten zur Nervosität und Unruhe führen.