Stroke Unit - Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist es sehr wichtig, sofort zu handeln, denn um große Hirnschäden zu vermeiden, zählt jede Minute. Eine sogenannte Stroke Unit sorgt für eine adäquate Behandlung.


Erste Hilfe
Bei Verdacht auf Schlaganfall warten viele Menschen zu lange und hoffen, dass die Symptome sich vielleicht doch als trügerisch herausstellen. Das kostet wertvolle Zeit und gefährdet wertvolle Gehirnzellen. Daher sollte jeder Verdacht als lebensbedrohlicher Notfall angesehen und umgehend die Rettungsleitstelle (112) über den Verdacht auf Schlaganfall informiert werden. Im Saarland und in Bayern gilt zusätzlich die örtliche Notrufnummer 19222.

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen man die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens sinnvoll nutzen kann. Es empfiehlt sich zum Beispiel, den Patienten in eine liegende Position mit leicht erhöhtem Kopfbereich von etwa 30 Grad zu bringen. Dies hilft, den Blutdruck im Kopf etwas zu senken. Bei Bewusstlosigkeit des Betroffenen sollte stattdessen die stabile Seitenlage angewendet werden. Weitere Sofortmaßnahmen beziehen sich auf die Versorgung des Betroffenen mit ausreichend Sauerstoff. So kann man das Fenster öffnen, die Kleidung lockern und die Atemwege freihalten, um den Kreislauf zu stabilisieren.

Stroke Unit
Im Rettungsgesetz ist verankert, dass ein Notfallpatient umgehend in das nächstgelegene, geeignete Krankenhaus gebracht werden muss. Bei einem Schlaganfall-Patienten werden in der Regel Kliniken mit einer sogenannten Stroke Unit angefahren. Stroke Units sind Krankenhausstationen, die auf die besonderen Erfordernisse von akuten Schlaganfällen spezialisiert sind. Dort ist ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Kardiologen, speziell ausgebildeten Pflegern und Therapeuten verfügbar und rund um die Uhr sind sowohl Diagnose als auch Therapie eines Akutfalles möglich. In der Regel verbleiben Patienten etwa 10 Tage im Krankenhaus. Danach schließen sich die entsprechenden Rehabilitationsmaßnahmen an.
Nicht für die Stroke Unit geeignet sind bewusstlose oder beatmungsbedürftige Patienten. Sie müssen umgehend auf eine Intensivstation gebracht werden.

Diagnose
Nach der Einlieferung wird zunächst geprüft, ob die Symptome tatsächlich auf einen Schlaganfall zurückzuführen sind. Dies geschieht in einem ersten Schritt durch die Computertomographie (CT). Dadurch wird außerdem sichtbar, ob es sich um durch Hirnbluten oder durch Hirninfarkt verursachte Beschwerden handelt. Die Diagnostik durch CT wird meist ergänzt durch Verfahren, bei denen die Durchblutung der Gefäße gemessen oder dargestellt wird. Dies gibt Aufschluss darüber, wo genau die Blockade angesiedelt und in welchem Ausmaß das Gehirngewebe bereits geschädigt ist.

Bevor über die Art der Behandlung entschieden werden kann, müssen zudem die genauen Ursachen für den Schlaganfall geklärt sein. Eine Vielzahl diagnostischer Möglichkeiten steht dafür zur Verfügung. Sollte eine Gerinnungsstörung der Auslöser sein, klärt dies beispielsweise eine Laborkontrolle, ein EKG deckt Rhythmusstörungen als Grund für den Schlaganfall auf. Die Zeit von der Einweisung auf die Station bis zur Entscheidung über die Art der Therapie sollte dabei eine Stunde nicht überschreiten.
In den folgenden Tagen stehen bei Bedarf weitere neurologische und internistische Untersuchungen an. Ultraschall und Röntgen machen Verengungen und Verkalkungen der hirnversorgenden Gefäße sichtbar und zeigen Blutgerinnsel im Herzen an, Blutuntersuchungen geben Aufschluss über Störungen im Fettstoffwechsel, die Beschaffenheit von Blutdruck und Herztätigkeit machen Blutdruckmessungen und EKGs sichtbar.