Studieren mit Kind: Das Finanzielle

Studieren mit Kind ist eine große Herausforderung. Insbesondere das Finanzielle sollte von den jungen Eltern gut durchgeplant werden.


Das Studieren mit Kind ist nicht immer einfach. Schließlich benötigt man ein gehöriges Organisationstalent, um den Universitätsalltag sowie das Leben mit Kind unter einen Hut zu bringen. Insbesondere das Finanzielle kann für Studierende mit Kind zum Problem werden.

BAföG oder Ausbildungsunterhalt
Die wichtigste Einkommensquelle für Studenten mit oder ohne Kind ist entweder die finanzielle elterliche Unterstützung (der sogenannte Ausbildungsunterhalt) oder das BAföG. Für Studierende mit Kind gibt es jedoch einige Ausnahmeregeln. Studienverzögerungen wegen der Geburt des Kindes sowie Elternzeit werden beispielsweise von der jeweiligen BAföG-Stelle berücksichtigt.
Seit Januar 2008 gibt es zudem den Kinderbetreuungszuschlag für förderungsberechtigte Studierende mit Kind.

Elterngeld
Sobald das Kind geboren ist, hat man Anrecht auf Kindergeld und Elterngeld.
Elterngeld erhält man in der Regel für zwölf Monate, die Mindestzahlungshöhe beträgt 300 Euro. Das Elterngeld ist als Lohnersatzleistung zu verstehen, der jeweilige Betrag ist eigentlich abhängig vom Einkommen in den letzten zwölf Monaten. Die Faustformel beträgt „67 Prozent vom Netto“, als Student erhält man jedoch den Mindestsatz. Statt zwölf Monate 300 Euro zu beziehen, kann man das Elterngeld auch in Raten von 150 Euro 24 Monate lang beziehen. Den Antrag für das Elterngeld erhält man beim Wohnamt.

Kindergeld
Kindergeld ist steuerfreies Einkommen, seit dem 1. Januar 2010 beträgt es für das erste und zweite Kind monatlich 184 Euro, für das dritte Kind 190 und für das vierte, sowie weitere Kinder 215 Euro. Beantragt man als Studierender Kindergeld, heißt das nicht, dass die Eltern des Studierenden den Anspruch auf das Kindergeld verlieren. Damit das Kindergeld für die Studierenden weiter bezogen werden kann, darf das Einkommen nicht überschritten werden (Achtung: Wohngeld zählt hier mit zum Einkommen) und es muss ein Ausbildungsstatus vorliegen. Dieser verfällt jedoch bei einer Beurlaubung vom Studium. Den Antrag erhält man bei der Kindergeldkasse des jeweiligen Arbeitsamtes oder online bei der Agentur für Arbeit.

Mutterschaftsgeld
Mutterschaftsgeld kann nur von Studentinnen beantragt werden, die neben dem Studium einen Nebenjob haben, also in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, das durch die Schwangerschaft sowie die Geburt unterbrochen wird. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor der Geburt und endet acht Wochen nach der Geburt.

Wohngeld
Generell haben Studierende kein Anrecht auf Wohngeld. Ein Kind studierender Eltern allerdings schon, womit der ganze Haushalt wohnberechtigt ist, selbst dann wenn die Eltern des Kindes BAföG beziehen. Arbeitslosengeld II und Wohngeld schließen sich hingegen aus.

Unterhalt
Wohnt ein Elternteil des Kindes nicht mit im Haushalt, ist er zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Kann dieser nicht zahlen, da er oder sie sich noch in der Ausbildung befindet, gibt es die Möglichkeit beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss zu beantragen.

Sozialgeld
Wenn Kindergeld, Wohngeld und Unterhalt (oder Unterhaltsvorschuss) nicht ausreichen um das Existenzminimum des Kindes zu decken, kann man Sozialgeld beantragen, dies könnte aber Einfluss auf die Zahlung des Wohngeldes haben.

Stand: 8. Januar 2010