Studium als Immobilienmakler - notwendig oder nicht

Ein Studium als Immobilienmakler ist eine sinnvolle Ausbildung, da während des Studiums auch theoretisches Hintergrundwissen gelehrt wird, das bei der Ausbildung zum Immobilienkaufmann fehlt.


Das Fachwissen, das ein Immobilienmakler benötigt ist umfassend. Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann dauert drei Jahre, umfasst einen theoretischen sowie einen praktischen Teil und wird mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgeschlossen. Ein Studium als Immobilienmakler vermittelt nur theoretisches Wissen, ist dafür aber breiter gestreut und punktet mir fundierteren Kenntnissen.

Immobilienkaufmann – Lehrberuf mit Theorie und Praxis

  • Im Gegensatz zum rein theoretischen Studium als Immobilienmakler ist der Immobilienkaufmann ein Lehrberuf, dessen Ausbildung sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil aufspaltet und mit einer Prüfung beendet wird. Die Berufsbezeichnung Immobilienmakler ist nicht geschützt, sodass sich jeder, der über einen Gewerbeschein nach §34c verfügt, so nennen kann, was sich vermutlich in absehbarer Zeit durch die Einführung des Studiums ändern wird.
  • Bei der Ausbildung zum Immobilienkaufmann werden den Auszubildenden neben dem Fachwissen zur Wohn- und Gewerbewirtschaft auch rechtliche Grundlagen zum Vertragswesen in komprimierter Form erklärt, die aber nicht so tiefgreifend sind, wie innerhalb eines Studiums.
  • Im Gegensatz zur landläufigen Meinung muss der Immobilienmakler in der Lage sein, Verträge zu lesen und auf rechtliche Mängel hinzuweisen, unterlässt er dies, haftet er für einen entstehenden Schaden.
  • Der Immobilienkaufmann lernt im Rahmen seiner Ausbildung die Beurteilung von Gebäuden, darf aber keine Gutachten erstellen, Immobiliengutachter sind in der Regel Bauingenieure oder Ähnliches mit einer entsprechenden Zusatzausbildung. Bei einem Studium als Immobilienmakler fehlt zwar der praktische Teil, dafür können Schwerpunkte gewählt werden.

Studium als Immobilienmakler – ein Diplom in der Wohn- und Gewerbewirtschaft

  • Mit der Hochschulreform im Rahmen der Europäisierung wurden die Titel der Hochschulabschlüsse dem international gebräuchlichen Wortlaut angepasst, der Studienlehrgang zum Immobilienmakler wird als Bachelor angeboten, was einem Diplomstudiengang entspricht.
  • Wie bei den Wirtschaftswissenschaftlern gibt es verschiedene Schwerpunkte, zum Beispiel Bau- und Immobilienmanagement, Bachelor International Business, Betriebswirtschaft, Immobilienwirtschaft Bachelor of Arts in International Business Management und noch einige andere.
  • Das Studium als Immobilienmakler entspricht einer vollwertigen Hochschul-ausbildung mit den entsprechenden Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und hat dieselbe internationale Anerkennung wie der Diplom Kaufmann oder der Diplom Betriebswirt.
  • Je nach Studienschwerpunkt werden diplomierte Immobilienmakler in der Bauwirtschaft, bei Haus- und Grundstücksverwaltungen oder in kommunalen Verwaltungen, aber auch in den Immobilienbüros großer Unternehmen eingesetzt. Durch die fundierte Ausbildung sind sie im Bereich der Wohn- und Gewerbewirtschaft gesuchte Mitarbeiter, sie können sich aber auch wie jeder andere Makler selbstständig machen und ein Büro mit klassischer Immobilienvermittlung eröffnen.
  • Mit einem Studium als Immobilienmakler – und abschließendem Diplom – stehen wesentlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, als mit der Lehre zum Immobilienkaufmann, so wie der Betriebswirt bessere Chancen auf eine gut bezahlte Stellung hat als der Bürokaufmann.