Stuhlinkontinenz bekämpfen - Hinweise

Die Stuhlinkontinenz kann viele Ursachen haben, mit der richtigen Diagnose und Behandlung können ausreichende Resultate erzielt werden.


Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Stuhlinkontinenz. Vier- bis fünfmal mehr Frauen als Männer bekommen eine Stuhlinkontinenz, Hauptgründe hierfür sind der schwächere Schließmuskel und der schwächere Beckenboden der Frauen.

Die Auslöser
Auslöser für eine Stuhlinkontinenz können viele Faktoren sein. Eine Verletzung während der Geburt ist die häufigste Ursache. Es können dabei Nerven verletzt werden, welche den Schließmuskel versorgen oder der Schließmuskel wird sogar durchtrennt. Häufig lässt auch altersbedingt die Kraft des Schließmuskels nach. Beteiligt an der Entstehung der Stuhlinkontinenz sind auch vielfältige Endarmerkrankungen und Infektionen im Afterbereich sowie afternahe Operation, neurologische Erkrankungen und Störungen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Schließmuskelverletzungen, Beckenbodeninsuffizienz, Infektionen, Erkrankungen des Darms, Hämorrhoiden, Abszesse, Fisteln, Fissuren, Tumore und Krebserkrankungen.

Die Formen der Inkontinenz
Bei der Teilinkontinenz ersten Grades kommt es bei Durchfall und Belastung zu Stuhlschmieren. Bei der Teilinkontinenz zweiten Grades ist es nicht möglich, dünnen Stuhl und Darmgase zu halten. Der dritte Grad ist die Totalinkontinenz, hier entsteht ein totaler Kontrollverlust und sämtlicher Stuhl wird verloren.

Die Diagnose
Durch den Arzt findet mit der betroffenen Person eine ausführliche Befragung statt. Zu den gestellten Fragen gehören: wann haben die Beschwerden begonnen, wie häufig ist der Stuhlgang, wie ist die Beschaffenheit des Stuhls und wie sind die Art und der Umstand des ungewollten Stuhlverlustes. Wichtig für den Arzt ist auch, ob es chronische Erkrankungen gibt und ob der Patient bereits behandelt oder operiert wurde. Zu der Basisdiagnostik der Stuhlinkontinenz gehören auch die Sichtung und die Austastung mit dem Finger. Im Anschluss kann eine Spiegelung des Mastdarmes und des Afterkanals notwendig sein. Auch Ultraschall, neurophysiologische Untersuchungen, Röntgenuntersuchungen, Beckenboden-MRT und eine Druckmessung im Mastdarm sind weiterführende Untersuchungen.

Die Behandlung
In erster Linie muss die Grunderkrankung behandelt werden. Zur Anwendung kommen sowohl Operationen wie auch konservative Therapieverfahren. Die nichtoperative Therapie sollte zunächst bei den leichten bis mittleren Formen der Stuhlinkontinenz versucht werden. Dazu gehört die Therapie mit Medikamenten, das Training der Stuhlgewohnheiten, die Verdünnung oder Verfestigung des Stuhls, das Beckenbodentraining und das Biofeedback-Training. Bringt dies alles keinen Erfolg bei einer bereits schwereren Inkontinenz, ist eine Operation nötig. Um die soziale und hygienische Kompetenz zu ermöglichen bzw. zu erhalten, gehören Windeln und Vorlagen zu den Möglichkeiten. Ein weiteres sehr diskretes, sicheres und einfaches Hilfsmittel ist der Anal-Tampon. Für den festen Stuhl dient dieser als Barriere und ermöglicht eine Kontinenz.