Suchtklinik: Ablauf der Therapie

Mit Hilfe fachmännischer Kompetenz über eine Suchtklinik aus der Sucht in eine bessere Zukunft zu gelangen, ist möglich.


Zu viele Menschen in der Bundesrepublik leiden an einem zwanghaften Verlangen nach einer bestimmten Verhaltensweise oder einer Substanz. Allein 9 Millionen Menschen gehen riskant mit Alkohol um. In Suchtkliniken wird Abhängigen die Möglichkeit gegeben, entweder ambulant oder stationär zu entziehen.

Ambulante Rehabilitation – zu viel Freiheit?
Die Betroffenen haben in einer ambulanten Suchtklinik einen festen Therapietag (ca. 9 -16 Uhr). Diese Form bietet daher auch sehr eingebundenen Menschen die Möglichkeit eine Therapie zu beginnen. Entzogen wird mit Tabletten in einer Woche. Ist der Konsum zu hoch, wird die Entgiftung ins Krankenhaus verlegt. Sonst gilt, dass sich die Patienten die Tabletten, die die Entzugserscheinungen lindern sollen, täglich in der Einrichtung abholen. Ist der Entzug geschafft, beginnt die Therapie. Meist spiegelt sich der Alltag in Gruppengesprächen, Bewegungstherapien oder auch Musiktherapien wieder. Maltherapien, die oftmals erst auf Abneigung stoßen und unter „Kinderkram“ abgetan werden, finden später Gefallen. Entspannungstherapien, dienen der Findung der inneren Ruhe. Abhängigkeit führt oft zu sozialem Rückzug. Meist fällt dann auch das Integrieren in neue Gruppe schwer. Einzelgespräche sollen in diesem Fall helfen, dass sich der Erkrankte wieder öffnet. Die Dauer einer solchen Therapie nimmt meist 6-8 Wochen in Anspruch.

Der stationäre Entzug und die nachfolgende Therapie
Eine stationäre Entgiftung findet unter fachmännischer Aufsicht – Tag und Nacht – statt. Eine körperliche Untersuchung, zur Klärung des Gesundheitszustandes ist Teil der Aufnahme. Nicht selten kommt es während einer Entgiftung zu typischen Entzugserscheinungen, die lebensbedrohlich werden können. Stationär bedeutet für den Patienten die Bindung an einen festen Bezugsort während der ganzen Therapiezeit. In der Suchtklinik wird dann auf kurze oder längere Sicht entzogen. Meist geht es um eine Entgiftungsphase von 12-14 Tagen. Danach und während des Entzuges nehmen die Patienten an verschiedenen Therapieangeboten teil. Die Aufenthaltsdauer der Patienten variiert stark von den betreuenden Suchtkliniken. Allerdings ist der Aufenthalt meist kürzer als in einer ambulanten Einrichtung. Dass ist nicht immer von Vorteil, denn nach der Entlassung sind die Betroffen wieder auf sich allein gestellt und rutschen somit sehr abrupt wieder in ihr altes, soziales Umfeld.

Sucht - ein Tabu-Thema?
In unserer Gesellschaft fehlt es an Aufklärung über die Problematik. Nicht zuletzt ist es das Umfeld, was einen Menschen zu seinem Handeln veranlasst. Verständnis für die menschliche Schwäche – das wäre ein Anfang.