Süchte und Abhängigkeit

Süchte machen das Leben des Betroffenen zum Albtraum, denn schon längst hat er sein Leben nicht mehr selbst im Griff, sondern handelt suchtgesteuert.


In Deutschland sind über zehn Millionen Menschen süchtig, dabei sind alle Formen der Süchte vertreten: das Spektrum reicht von Drogen-, Tabletten-, Alkoholmissbrauch bis hin zur Spiel-, Fernseh- und Einkaufssucht.

Wer ist süchtig?
Ob eine Person bereits als süchtig bezeichnet werden kann, ist an verschiedenen Merkmalen auszumachen. So leidet eine süchtige Person beispielsweise an heftigem Zwang die Suchtsubstanz zu konsumieren. Ebenfalls müssen immer größere Menge und höhere Dosen eingenommen werden, die Toleranzgrenze wächst. Ist ein Süchtiger gezwungen dennoch auf sein Suchtmittel zu verzichten, so treten oftmals Entzugserscheinungen wie nervöse Unruhe auf.
Ein Süchtiger ist nicht mehr Lage, sich selbst und sein Leben zu kontrollieren – deshalb wird aus dem einem Glas Wein oft ein ganzer Vollrausch. Andere Interessen, Aktivitäten, Freunde und Familie rücken in den Hintergrund.

Ursachen für Suchtentstehung
Eine exakte Theorie gibt es nicht, warum ein Mensch in die Abhängigkeit geraten kann. Hierfür können vielerlei Gründe der Auslöser sein. Besonders Jugendliche wollen zunächst aus Neugier „nur mal probieren“. Im Freundeskreis kommen sie mit den Drogen in Kontakt. Andere Auslöser können auch Langeweile, ein unerfülltes Leben oder ernsthafte persönliche Probleme sein. Auch die Familie spielt eine große Rolle: wer bereits im Kindheitsalter erlebt, dass Alkohol scheinbar alle Probleme verdrängt, der ist anfälliger eigene Süchte zu entwickeln. Im Hintergrund steht immer der Wunsch, sich besser und geborgener zu fühlen. Allerdings gibt es auch Menschen, bei denen die Suchtgefahr genetisch veranlagt ist: mehr als die Hälfte der Süchtigen haben ein schwer anregbares Belohnungszentrum und greifen somit schneller zu Drogen, um Glücksmomente empfinden zu können.

Wirkung von Suchtmitteln
Wird ein Mensch süchtig, so spielt das sogenannte Belohnungszentrum im Gehirn eine entscheidende Rolle. Durch die Ausschüttung von Dopamin und körpereigener Opioide entstehen Gefühle des Glücks und der Euphorie. Hemmungen werden abgebaut und es erfolgt eine kurzfristige Leistungssteigerung. Dies geht allerdings einher mit massiven Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Organschädigungen oder Vergiftungserscheinungen.

Therapie und Entzug
Ist eine Person ernsthaft an einer Sucht erkrankt, so ist er in den meisten Fällen auf fremde Hilfe angewiesen. Alleine ist es oft schwierig die seelische sowie körperliche Stärke aufzubringen, den Entzug auch zu Ende zu bringen. Je schneller die Einsicht kommt sich helfen zu lassen, desto besser die Chancen auf Heilung, denn wichtig in dieser schweren Zeit sind die richtigen Ansprechpartner wie Hausärzte oder Suchtberatungsstellen.