Süßes Beerenobst: Pur oder verarbeitet ein gesunder Genuss

Sie kennen sicher Erdbeeren und Heidelbeeren. Aber was ist mit all dem anderen leckeren Beerenobst? Wir stellen unbekanntere Sorten vor.


Für einen leckeren alkoholischen Muntermacher benötigen Sie nur ein Kilo Beerenobst, etwas Doppelkorn und 200 Gramm Kandiszucker. Nachdem Sie den Zucker in ein Einmachglas gegeben haben, werden die Beeren darauf verteilt. Begießen Sie das Ganze nun mit dem Doppelkorn, bis die Früchte vollständig bedeckt sind. Nach etwa drei Monaten können Sie den Beerenlikör abseihen und genießen.
Aber auch wenn Sie keinen Alkohol mögen, sollten Sie im Sommer in der Obstabteilung länger als gewöhnlich verweilen, um all die leckeren Sorten zu probieren, Denn wussten Sie, dass Sie mit Obst abnehmen können?

Heidelbeeren: Wild oder aus dem Supermarkt
Heidelbeeren, oft auch als Blaubeeren bezeichnet, sind die kleinsten Früchte beim Beerenobst, aber keineswegs die unscheinbarsten. Die kugeligen Früchte mit der intensiven blauschwarzen Färbung schmecken nicht nur im Müsli oder als Marmelade, sondern können vollreif sogar bei Durchfall und Verdauungsstörungen helfen.

Stachelbeeren
Selbst wer Beerenobst mag, kann Stachelbeeren meist wenig abgewinnen, die grünen Früchte mit dem borstigen Flaum sehen zwar ein wenig aus wie süße Weintrauben, schmecken aber eher säuerlich. Nur wenn sie vollreif sind, entfalten sie einen fast süßlichen Geschmack. Um ihnen die Säure zu nehmen, kann man sie in kochendem Wasser blanchieren. Aber Vorsicht: Das Wasser sollte nicht blubbern, da die fragilen Beeren sonst auseinanderfallen.

Himbeeren
Viele kennen nur die roten Sorten aus dem Supermarkt, es gibt Himbeeren aber auch in Gelb. Aus botanischer Sicht sind Himbeeren gar keine Beeren sondern Sammelsteinfrüchte. Auch wenn man von Himmelbeere, Honigbeere oder Hübele spricht, meint man die intensiv rote Frucht. Und die ist sogar im All vertreten, zumindest ihr Geschmack. Forscher fanden heraus, dass es im Zentrum unserer Galaxis Ethylformiatvorkommen gibt, und genau dieser Stoff ist auch für den charakteristischen Geschmack von Himbeeren verantwortlich.

Brombeeren
Auch Brombeeren sind im eigentlichen Sinne keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte. Das Obst mit der dunkelvioletten bis schwarzen Färbung weist einen kräftig säuerlich-süßen Geschmack auf und eignet sich daher gut als exklusive Wildbeilage. Nachdem Sie Brombeeren eingekauft haben, sollten sie aber zügig gegessen oder verarbeitet werden. Vor dem Verzehr werden sie nur kurz abgebraust und anschließend auf Küchenpapier getrocknet.

Johannisbeeren
Johannisbeeren sind nach Sauerkirschen die einheimischen Früchte mit dem größten Säureanteil. Die roten oder schwarze Früchte sind bis Ende August im Handel erhältlich, auch sie sollten bald nach dem Kauf verzehrt werden. Beliebte Zubereitungsmöglichkeiten sind Grütze oder Kompott. Der Name leitet sich übrigens vom Reifungszeitpunkt ab, der um den 24. Juni herum liegt. Eben jener Tag ist der Johannistag.

Gesund sind sie alle
Beerenobst ist deshalb so gesund, weil es hohe Mengen sekundärer Pflanzenstoffe – die sogenannten Flavonoide – enthält. Diese Substanzen dienen der Pflanze als Schutz vor Fressfeinden und beugen beim Menschen Krebserkrankungen vor, da sie freie Radikale bekämpfen. Diese wiederum sind maßgeblich an Zellschäden Schuld.
Aber Beerenobst kann noch viel mehr. Stachelbeeren beispielsweise enthält wertvolle Kieselsäure, die kräftige Haare, Fingernägel und Gefäßwände bewirkt. Auch die Knochen und Zähne profitieren. Vitamin C ist ebenfalls reichlich vorhanden, nur 150 Gramm decken den gesamten Tagesbedarf.
Heidelbeeren wiederum enthalten hohe Mengen an Gerbstoffen (besonders Catechingergerbstoffe), die Blutungen stillen, Entzündungen und Wunden der Haut entgegenwirken sowie antibakteriell und schmerzlindernd wirken.
Himbeeren schließlich helfen bei Nieren- und Blasenbeschwerden oder Verstopfung. Das enthaltene Biotin verschönt Haut und Haare und der Saft der roten Frucht kann bei Fieber eingesetzt werden. In der asiatischen Medizin findet sie auch bei starken Monatsschmerzen bei Frauen Verwendung.