Berühmte Betroffene gibt es genug: Ob Gangsterboss Al Capone, Komponist Franz Schubert oder Philosoph Friedrich Nietzsche – alle haben sich mit der Geschlechtskrankheit Syphilis infiziert. Selbst zwei Päpste des 16. Jahrhunderts waren betroffen: Papst Leo der X. und Papst Alexander VI. litten beider unter der sogenannten „Lustseuche“. Durch die Entwicklung des Penicillins konnte Syphilis jedoch behandelt werden, die Zahl der Erkrankten nahm somit ab Anfang des 20. Jahrhunderts deutlich ab. Vermehrt kommt es jedoch seit den letzten Jahren zu Neuansteckungen der meldepflichtigen Krankheit.
Wie wird Syphilis übertragen?
Syphilis gehört zu den venerischen Krankheiten (Geschlechtskrankheiten). Meist wird sie über vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen. Da sie durch eine sogenannte Schmierinfektion übertragen wird, kann man sich jedoch auch durch ungeschützten Oralverkehr, genau wie durch intensives Küssen anstecken. Genauso ist es möglich, sich über das Blut zu infizieren. Schwangere Frauen können außerdem ihr Ungeborenes durch den Mutterkuchen anstecken. Zur Risikogruppe gehören unter anderem homosexuelle Männer. Aber gerade in den letzten Jahren sind wieder deutlich mehr Heterosexuelle – Männer wie Frauen – an Syphilis erkrankt.
Die Krankheitsstadien
Syphilis äußert sich in den verschiedenen Stadien der Krankheit unterschiedlich. Im ersten Stadium entstehen einige Wochen nach der Infektion ein kleines Geschwür oder Knötchen, dort wo die Bakterien eingetreten sind, also im Mund, Anus oder Genitalbereich. Dieses Knötchen fühlt sich hart an, daher der Name „Harter Schanker“ für die Syphilis. Es heilt ohne Behandlung von selbst nach einigen Tagen oder Wochen ab.
Circa neun Wochen nach der Infektion beginnt die zweite Phase, die durch einen Ausschlag (Syphilid) am ganzen Körper gekennzeichnet ist. Der Erkrankte fühlt sich, als hätte er die Grippe, seine Lymphknoten sind geschwollen. Hiernach folgt eine beschwerdefreie Zeit, die unbestimmte Zeit, zum Teil sogar ein Leben lang andauern kann.
Die darauffolgende Phase ist dafür umso perfider: Nach zwei bis fünf Jahren kommt es zu einem Befall der inneren Organe, gleichzeitig treten Wucherungen am ganzen Körper auf. Die letzte Phase der Syphilis ist durch eine Schädigung der Hirnhaut sowie der Nervenstränge und –knoten geprägt. Unbehandelt führt Syphilis zum Tod.
Den perfekten Schutz gibt es nicht
Vor der Syphilis, auch Lues oder Franzosenkrankheit genannt, schützt man sich am besten mit Kondomen. Denn die schützen nicht nur vor dem HI-Virus, sondern auch vor anderen Geschlechtskrankheiten wie eben der Syphilis. Um die Chancen einer Ansteckung zu vermeiden, sollte man auch beim Oralverkehr nicht auf Kondome verzichten. Allerdings: Einen vollkommenen Schutz vor einer Infektion kann es nicht geben. Denn die Krankheit wird im zweiten Stadium der Erkrankung auch über sogenannte Läsionen, also Verletzungen in der Haut und Schleimhaut übertragen – deswegen kann bereits ein Kuss zur Infektion mit Syphilis führen. Behandelt wird die Krankheit mit Antibiotika, da Syphilis chronisch ist, muss man mindestens ein Jahr ärztlich betreut werden. Durch das Penicillin bildet sich jedoch keine Immunität, sodass man sich immer wieder mit Syphilis anstecken kann.