Durch die Szintigraphie werden mit Hilfe von radioaktiv markierten Stoffen Organe sowie deren Durchblutungs- und Funktionsverhältnisse in einem Bild sichtbar gemacht. Somit gibt diese nuklearmedizinische Untersuchung Aufschluss über den Aktivzustand verschiedener Gewebe. Dabei hängt es von den Geweben ab, welche Stoffe verwendet werden. Phosphonate eignen sich für die Knochenuntersuchungen und Jodverbindungen reichern sich gut in der Schilddrüse an. Entzündungsherde im Körper lassen sich durch die Szintigraphie genau lokalisieren. Der Stoffwechsel läuft nämlich an der entzündeten Stelle schneller ab. In diesem Gewebe verteilen sich die Radionuklide anders, als im gesunden Gewebe.
Erkrankungen, die diagnostiziert werden
Verschiedene Erkrankungen der Organe lassen sich durch die Szintigraphie diagnostizieren. Dazu gehört die Schilddrüse, bei der sich bösartige Tumore, Zysten und eine Überfunktion feststellen lassen. Metastasen und entzündliche Veränderungen können an dem Skelett festgestellt werden. An der Lunge kann eine Lungenembolie, am Herz eine Verengung der Herzkranzgefäße und an den Nieren eine Verengung der Nierenarterie diagnostiziert werden.
Wie die Szintigraphie funktioniert
Eine geringe Menge an kurzlebigen Radionukliden wird an den Patienten gegeben. Diese verteilen sich im Körper und reichern sich im Gewebe und in bestimmten Organen an. Gamma-Strahlung wird durch die Radionuklide ausgestrahlt, welche mit einer Gammakamera oder einem Scanner erfasst und in ein Bild umgewandelt werden. In der Regel ist das Szintigramm ein Strichrasterbild. Die Aktivitätsverteilung der Gamma-Strahlung entspricht der Dichte der Striche. Das Gewebe, in welchem viele Radionuklide enthalten sind, erscheint dunkler. Ebenfalls kann das Szintigramm auch als Farbbild dargestellt werden. Rot bedeutet eine hohe Aktivität.
Die Durchführung einer Szintigraphie
In der Regel werden die Radionuklide durch Einspritzen in eine Vene oder über den Mund verabreicht. Zwischen zehn Minuten bis zu einer Stunde dauert die Messung der Gamma-Strahlung, welche die Radionuklide aussenden. Oftmals ist eine einzige Messung ausreichend, in anderen Fällen muss diese mehrfach wiederholt werden. Der Patient darf am Vortag der Untersuchung beispielsweise keine Schilddrüsenmedikamente einnehmen. Die Herzpatienten sollten in der Regel nüchtern erscheinen, also nichts vorher essen und trinken.
Mögliche Komplikationen
Bei dem Einspritzen kann es zur Verletzung von Nerven und Blutgefäßen kommen. Ebenfalls können Infektionen durch das Einspritzen auftreten. Störungen der Herzfunktion wie beispielsweise Herzrhythmus-Störungen können auftreten. Die Strahlenbelastung bei der Szintigraphie ist durch die kleine Menge der Radionuklide sehr gering. Oftmals ist diese sogar geringer wie bei einer Röntgenuntersuchung.