Tätowierungen - Bilder, die unter die Haut gehen

Beim Tätowierungen müssen viele Dinge beachtet werden. Der Tätowierer muss zum Beispiel darauf achten, die Farbe in die richtige Schicht einzubringen. Liegt sie zu hoch verschwindet das Tattoo durch die Zellerneuerung wieder. Und so eine Tätowierung entfernen zu lassen, dauert Zeit und kostet viel Geld...


Fast jeder hat eins. Viele wünschen sich eins. Und manche würden alles dafür geben, um es wieder los zu sein. Die Rede ist von den Bildern für die Ewigkeit, den Tätowierungen. Im Sommer treten sie auf Oberarmen, an Fußfesseln oder am Brustansatz ganz offen zutage. Erblühende Rosen, kleine Delfine oder großflächige Tribals verzieren die Haut von Menschen, mittlerweile jeglichen Alters und Geschlechts.

 

Die richtige Vorgehensweise
Die wohl berühmtesten Vertreter kann Mann am weiblichen Steißbein erblicken. Das Prinzip des Tätowierens ist ganz einfach: Mit verschiedenen Methoden werden Farbpigmente, natürlicher oder künstlicher Art, in die Haut eingebracht. Die Kunst dabei ist, das Bild in die richtige Hauttiefe zu stechen. Bleibt das Motiv zu weit an der Oberfläche, verblasst es durch die Zellerneuerung und verschwindet schließlich, wird es zu weit unten platziert, „waschen“ Blutungen die Farben mit der Zeit aus.

 

Ursprung von Tätowierungen
Die genauen Ursprünge des heutigen Tätowierens sind nicht eindeutig festzustellen. Vermutlich gehen die dauerhaften Körperbemalungen aber auf alte rituelle Praktiken verschiedener Kulturen zurück. Viele Stammesgesellschaften kennen auch heute noch das schmerzhafte Verzieren des Körpers. Die „Mokos“ der neuseeländischen Maoris beispielsweise sind Kennzeichen für Stammeszugehörigkeit und Ansehen. Hier wird das Tattoo noch immer eingeklopft. Mithilfe eines kleinen Hämmerchens werden so verschiedene Pflanzensäfte in die Haut eingebracht.
Dieser traditionellen, sehr schmerzhaften, Methode stehen modernere Verfahren gegenüber. Besonders im Gefängnismilieu ist das Einritzen der Haut mit verschiedenen Nadeln bekannt. In Deutschland werden elektrische Tätowiermaschinen verwendet, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3.500 Bewegungen die Farbpigmente in die Haut stechen. Die Gründe, sich ein lebenslanges Bild in die Haut stechen zu lassen, sind ganz unterschiedlich. Tätowierungen sind die sichtbaren Anzeichen eines gelebten Lebens. Sie verbildlichen bestimmte prägende Ereignisse oder markieren die eigene Persönlichkeit. In einigen Fällen dienen sie auch zur Charakterisierung bestimmter Gruppen.

Tattoos sind schmerzhaft
Das eigene Motiv zu finden ist nicht immer leicht. Soll nun das eigene Haustier oder der aktuelle Freund realistisch abgebildet werden? Oder verlässt man sich ganz und gar auf die Kreativität des Tätowierers und wählt eine der zahlreichen Motivvorlagen? Entscheidet man sich für ein vorgefertigtes Motiv, büßt man Individualität ein. Denn jeder Tätowierer hat seinen persönlichen Stil, der nicht nur bei der Ausgestaltung des Bildes sondern auch bei den vorgefertigten Motiven deutlich wird. Das Motiv sollte gut gewählt sein, damit man nicht gezwungen wird, die Tätowierung entfernen lassen zu müssen.

Das Tätowieren selbst ist, und das steht ohne Zweifel fest, mit Schmerzen verbunden. Besonders an den Körperstellen, die nur von sehr dünner Haut bedeckt sind (Innenseite der Oberarme, Nacken,) oder wo der Knochen sehr dicht unter der Hautoberfläche liegt (Knöchel, Wirbelsäule) kann es sehr unangenehm werden.

 

Tätowierungen sollten wohlüberlegt sein
Die Entscheidung für eine Tätowierung sollte aus den verschiedensten Gründen wohl überlegt sein. Eine dieser Aspekte sind mögliche Gesundheitsgefahren. Bei der Wahl des Tätowierstudios sollte auf Hygiene und Sauberkeit geachtet werden. Ein Mangel an essenziellen Maßnahmen zur Desinfektion und Säuberung kann schlimmstenfalls in einer HIV oder Hepatitis Infektion enden. Auch nicht zu vernachlässigen ist die Gefahr von Entzündungen, da das Stechen der bunten Motive die Haut in nicht unerheblichem Maß verletzt. Neben der Infektionsgefahr stellen auch die verwendeten Farben häufig ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko dar. Oft enthalten die Farbpigmente Schwermetalle, die im Laufe der Jahre in den Organismus eindringen können.

 

Kein Geld von der Krankenkasse
Ab April 2007 erstatten die Krankenkassen keine Kosten mehr, die aus Komplikationen von Tätowierungen oder Piercings erwachsen sind. Die Entscheidung für eine Tätowierung sollte über einen längeren Zeitraum hinweg durchdacht werden, denn sie muss ein Leben lang getragen werden. Die Tätowierungen entfernen zu lassen ist sehr schmerzhaft, teuer und verläuft nur in den seltensten Fällen ohne Narben.