Tätowierungen - Verfahren für individuelle Ansprüche

Seit den ersten nachweisbaren Tätowierungen vor 6000 Jahren bei den Ägyptern haben sich die Tätowierungmaschine und die hygienischen Umstände des Tätowiervorgangs ständig gewandelt...


Seit den ersten nachweisbaren Tätowierungen vor 6000 Jahren bei den Ägyptern haben sich die Techniken für Tätowierungen und die hygienischen Umstände des Tätowiervorgangs ständig gewandelt. Allerdings werden auch heute noch neben den modernen elektrischen Verfahren Tätowierungen nach historischem Vorbild angefertigt. Dabei sollte aber die Hygiene unter keinen Umständen vernachlässigt werden.

Massenprodukt Tätowiermaschine
Heutzutage wird für das Anfertigen von Tätowierungen fast ausschließlich eine elektrische Tätowiermaschine eingesetzt. Im Gegensatz zu früheren Verfahren verursacht eine Tattoo-Maschine kaum Schmerzen und liefert, je nach Kunstfertigkeit und handwerklichem Geschick des Tätowierers, optisch und technisch schöne Ergebnisse. Bei einer elektrischen Tätowiermaschine werden die Tätowiernadeln mittels eines von Elektrospulen erzeugten Magnetfeldes vor- und zurückbewegt. Die Nadeln durchstechen die Haut mit bis zu mehreren Tausend Bewegungen pro Minute und legen die gewünschten Farbpigmente in der mittleren Hautschicht ab.

Farbauswahl für das Lieblingsmotiv
Es sind über dreißig Farben auf dem Markt, die hinsichtlich gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe, schneller Abheilung der Wunden und entzündungshemmender Eigenschaften entsprechend den Richtlinien des Europarats als unbedenklich eingestuft werden. Die Farben sind einfach anzuwenden und ziehen schnell in die Haut ein. Neben den Sicherheitsfarben wird der Tattoo-Markt von einer großen Palette Zubehör für die Tattoo-Maschinen und den Tätowiervorgang bestimmt: Nadeln von 0,2 bis 0,4 Millimetern Durchmesser, Nadeln mit Einweggriffen, Nadelstangengummis, Löt- und Sterilisationszubehör und Schutzhandschuhe. Die erste Tätowiermaschine haben bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Vereinigten Staaten hervorgebracht. Die Maschinentechnik, die heute weltweit im Einsatz ist, wurde Anfang der Siebziger Jahre in Deutschland entwickelt.

Vorbild Polynesien für einfache Ansprüche
Die historischen Vorfahren der Ureinwohner Polynesiens, bei denen angespitzte Knochenteile rhythmisch in die Haut geklopft wurden und die aus Wasser und Asche bestehende Tinte aufbrachten, entsprach eher dem Verfahren, das heute Cutting genannt wird. Unter nicht professionellen Umständen werden mit einem spitzen Gegenstand wie einer Nähnadel, die in gewöhnliche Schreibtinte getaucht und dann in Haut gestochen wird, einfache Motive erzeugt. Dieses Verfahren wird oft von Gefängnisinsassen angewendet.

Vorbild Japan für Kult-Ansprüche
Die traditionelle japanische Tätowierkunst Irezumi wird nicht nur in Japan auch heute noch praktiziert. Die Nadeln sind dabei an einem Bambusgriff befestigt und erlauben einem Tätowiermeister mit hoher Kunstfertigkeit kontrollierte präzise Tätowierungen in der gewünschten Hauttiefe anzubringen. Wer sich gegen ein Massenprodukt und für eine künstlerische Tattoo-Technik mit ausgefallenen Motiven entscheidet und seine Geldbörse etwas lockerer sitzen hat, für den sind japanische Tattoo-Meister Kult. Eine ganz eigene Technik entwickelten die Inuit, die dauerhafte Motive anfertigten, in dem sie mit Farbe getränkte Sehnen unter der Haut hindurchzogen.