Tai Chi Übungen: Innere Blockaden lösen

Mithilfe gezielter Tai Chi Übungen soll der Körper wieder in Balance gebracht werden, mögliche innere Blockaden werden gelöst und Entspannung setzt ein.


Ebenso wie das Qigong ist auch Tai Chi eine Meditationsgymnastik der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die Entspannung und Konzentration fördern, die Lebensenergie von Blockaden befreien und den Körper beweglich machen soll. Entscheidend ist die Verknüpfung von Körper und Geist, die durch spezielle Bewegungsabfolgen ins Gleichgewicht gebracht werden. Ursprünglich ist das Tai Chi, das auch als chinesisches Schattenboxen bezeichnet wird, eine Kampfkunst. In der im Westen praktizierten Ausrichtung allerdings steht meist der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. Auch in China wird von vielen Menschen die vereinfachte Form praktiziert. Touristen können in chinesischen Städten allmorgendlich tausende Menschen in Parks beim Tai Chi beobachten.

 

Durchführung
Im Gegensatz zum Qigong, dass auch Ruhephasen beinhaltet, führen die Übenden beim Tai Chi ausschließlich Bewegungen aus. Dennoch ist es sehr geeignet, um sich zu entspannen und zu erholen. Daneben werden aber auch die Muskeln und Gelenke gestärkt. Ziel sind fließende und natürliche Bewegungen, die zu vollständiger Körperbeherrschung, Entspannung und innerer Harmonie führen.

  

Die Übungsfolgen des Tai Chi sind exakt festgelegt und stellen den Kampf mit einem eingebildeten Gegner dar, daher auch die Bezeichnung als Schattenboxen. Die Angriffs- und Verteidigungsbewegungen werden dabei in sehr niedriger Geschwindigkeit ausgeführt. Zugrunde liegt den Bewegungsabfolgen das Prinzip von Yin und Yang – die Gegensätze sollen den Fluss der Lebensenergie anregen und Blockaden lösen.

  

Ein einzelner Ablauf kann zwischen 30 und 180 Einzelbewegungen umfassen und von fünf Minuten bis anderthalb Stunden dauern. In manchen Richtungen werden dabei auch Waffen wie Schwert, Säbel, Stock oder auch Fächer eingesetzt. Die meisten Bewegungsabläufe erfolgen als Einzelübungen, daneben gibt es einige Partnerformen.
 
Wirkung
Durch die langsamen aber gezielten Tai Chi Übungen kann es zu einer besseren Beweglichkeit kommen und außerdem zu mehr innerer Ruhe und Entspannung beitragen. Anhänger betonen besonders die Stärkung der Lebensenergie und damit der inneren Kraft und Ruhe. Dies soll auch die Gesundheit fördern. Ist es – im Sinne der TCM – bereits durch Störungen der Lebensenergie zu Krankheiten gekommen, soll das Üben von Tai Chi Blockaden lösen und den Energiefluss normalisieren. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass Tai Chi Verspannungen löst sowie die Haltung und Körperwahrnehmung verbessert. Durch die tiefe Bauchatmung wird zudem der Kreislauf angeregt und die Sauerstoffversorgung optimiert. Wer bereits Probleme mit dem Rücken hat oder aber diesen vorbeugen möchte, findet in Tai Chi einen Sport, der sich positiv auf Wirbelsäule, Bandscheiben und Rückenmuskulatur auswirkt. Auch bei Nervösität und Reizbarkeit lassen sich positive Effekte erzielen. Inwiefern ein therapeutischer Zweck bei bestimmten Krankheiten erreicht werden kann, ist hingegen fraglich.
 
Einschränkungen
Da Tai Chi langsam und harmonisch ausgeführt wird, ist es für jeden, der im Alltag normal beweglich ist, praktizierbar. Die Übungsabfolgen selbst sind nicht allzu kompliziert, dennoch sollte Tai Chi in jedem Fall bei einem qualifizierten Trainer erlernt werden. Dieser kann Fehler bei der Ausführung korrigieren und bei Problemen weiterhelfen. Es ist wichtig, Tai Chi vorsichtig auszuführen, um Überanspruchungen der Muskeln und Gelenke vorzubeugen. Bei Erkrankungen können Tai Chi Übungen in vielen Fällen andere Behandlungsformen unterstützen, es ist jedoch kein alleiniges Heilmittel und ersetzt keine medizinische Diagnose und Behandlung.