Tandemanhänger: Eigenschaften und Kauftipps

Der Tandemanhänger ist aufgrund seiner Vielseitigkeit eine Revolution in der Arbeitswelt und in der Freizeit – zu früheren Zeiten im alten Ägypten dienten noch Baumstämme als Transportmittel.


Für den Aufbau der Pyramiden wurden tonnenschwere Steinquader über Baumstämme gerollt. Immer wieder mussten hunderte Sklaven die Stämme von hinten nach vorn legen, um eine Unterbrechung des Transports zu verhindern. Heute gehören diese archaischen Zustände im Bauwesen zum Glück der Vergangenheit an. Denn mit der Erfindung des Rads und der Achse wurde die Geschichte des Transportwesens revolutioniert. An dieser Revolution hat der Tandemanhänger einen großen Anteil. Verbesserungen in Fahrgestelltechnik, Metallverarbeitung und Karosseriebau wirkten sich auch erheblich auf Hilfs -und Transportfahrzeuge und deren Einsetzbarkeit aus. Der Tandemanhänger ist heutzutage kaum noch aus dem privaten und geschäftlichen Alltag wegzudenken. Aufgrund der Vielseitigkeit und Variabilität eignet sich dieses Hilfsmittel nahezu für alle Bereiche des täglichen Arbeitens, ob im Weinberg, beim Holzfällen oder beim Umbau im Haus.
Doch was ist ein Tandemanhänger überhaupt? Was ist das Besondere an diesem relativ einfachen „Hänger“, wie er im alltäglichen Sprachgebrauch genannt wird?

Das Basismodell, Varianten und die Technik

Privatpersonen nutzen den Tandemanhänger in der Regel als Einachser, der aus einem einfachen offenen Kasten besteht. Dieser ist, wie die Typenbezeichnung zum Ausdruck bringt, auf einer einzelnen Achse konstruiert. Sie können jedoch oft ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts transportieren. Neben der Basisvariante sind auch zweiachsige Hänger im Gebrauch. Sie haben eine erweitere Grundfläche und verfügen damit über ein größeres Ladevolumen.
Die Bodenplatte des Tandemanhängers kann entweder aus Aluminium oder aus Holz bestehen. Bleche haben den Vorteil, dass sie nach dem Transport von Erde oder Abfall leicht zu reinigen sind. Auch die Seitenwände sind aus Aluminium und können unterschiedlich hoch sein.
Erweiterungen und Ergänzungen sind bei nahezu jedem Tandemanhänger möglich. Damit kann der Anhänger bei Bedarf umgerüstet und angepasst werden. Allerdings bieten manche Händler einzelne Elemente, wie zum Beispiel eine zusätzliche Bordwanderhöhung, eine Kunstoffplane oder ein Dach nur als zusätzliche Ausstattung an. Darum sollte man sich zuvor informieren, ob einige der angebotenen Hänger nicht auch als Gesamtpaket erhältlich sind.
Als besonders praktisch erweisen sich Modelle, die von allen Seiten geöffnet werden können. Gerade bei Kippanhängern lohnt sich die Anschaffung eines solchen Transportmittels. Neben den einfachen Rückwärtskippern gibt es Mehrfachkipper. Damit kann das Entladen des Materials nach allen Seiten erfolgen. Der Mechanismus wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst.
Die Standartelektronik bei Anhängern unterstützt nicht nur die Kippmechanik, sondern dient auch beim Anschluss an das Zugfahrzeug (Moped, PKW, Traktor). Zunächst wird der Anhänger in die dafür vorgesehene, kugelförmige Kupplung am Fahrzeug mechanisch angeschlossen. Die Mechanik und die anschließende hydraulische Steckverbindung.

Überlegungen beim Kauf eines Anhängers

Der Tandemanhänger ist ein Allroundtalent. Um einen möglichst hohen Nutzwert zu erreichen, sollte man vor dem Kauf folgende Gesichtspunkte bedenken: Eine Gesamtlast des Gefährts von beispielsweise rund 1,6 Tonnen kann beim Transport zu erheblichen Problemen führen; denn nicht jedes motorisierte Fahrzeug ist in der Lage, ein zusätzliches Gewicht in dieser Größenordnung zu bewegen. Ein Unterschied besteht auch darin, ob der Hänger leer oder beladen ist. Beim Kauf lässt er sich möglicherweise noch sehr gut ziehen und steuern. Doch schon der nächste Umbau am Haus kann eine bittere Enttäuschung sein.
Besonders beim Fahren in Kurven oder in Steigungen reagiert das Auto aufgrund des beladenen Anhängers anders als gewöhnlich. Auf jeden Fall ist es deshalb notwendig, die Anhänglast und das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des PKWs oder Motorrads zu kennen. Vor diesem Hintergrund kann schließlich ein geeigneter Tandemanhänger ausgewählt werden. Die Preise für Anhänger sind nicht einheitlich. Für qualitativ hochwertige Zweiachser zahlt man im Durchschnitt mindestens 2000 Euro. Gebrauchte Zweiachser liegen bei einem Wert von 1.200 bis 1.500 Euro. Wer einen guten Einachser möchte, sollte mit einem Preis von etwa 600 bis 700 Euro kalkulieren.