Tanorexie - wenn Bräune zur Sucht wird

Meist sind die Anzeichen einer Tanorexie noch harmlos. Für den Urlaub nur mal eben ein bisschen unter das Solarium, damit man am Strand nicht gleich als Tourist entlarvt wird, danach natürlich noch einmal zur Wiederauffrischung, weil man doch gebräunt so viel gesünder aussieht.


Gesundheit und Schönheit werden heutzutage schnell mit unserem Teint in Verbindung gebracht. Wer blass ist, wird oft als kränkelnd oder müde aussehend empfunden. Bei vielen entsteht somit der Wunsch nach einer „gesunden“ Bräune. Aber inwieweit ist diese Bräune schließlich dann noch gesund? Beim Besuch im Solarium verlieren viele oftmals den Blick für ein angemessenes Sonnen.

Was Tanorexie aussmacht
Unter der Tanorexie leiden Menschen, die sich einem übersteigerten und unkritischen Genuss der Sonne hingeben. Der Begriff Tanorexie setzt sich zusammen aus dem englischen Wort „tan“ (to tan = bräunen) und „-orexie“ in Anspielung auf Anorexie (Anorexia nervosa = Magersucht). Ähnlich wie bei Patienten, die an der Magersucht erkrankt sind und das Gefühl haben, ständig dick zu sein, ergeht es Menschen, die an der Tanorexie leiden: in ihren Augen sind sie immer zu blass und deshalb unattraktiv. Aus diesem Grund jagen sie einer Hautbräune nach, die für den Nordeuropäer schlichtweg unnatürlich ist. Wie bei der magersucht, liegt auch bei Tanorexie ein verzerrtes Bild der Wahrnehmung vor.

Wer ist betroffen?
Da bei der Tanorexie zumeist der Wunsch nach Attraktivität im Vordergrund steht sind zumeist Personen betroffen, die sehr auf ihr Äußeres achten und die durch die UV-B Strahlen der Sonnenbänke auf eine langfristige Bräunung der Haut abzielen. Ebenfalls betroffen sind vor allem auch jüngere Personen, die den Modetrends der Reichen und Schönen nacheifern sowie ungebildete Leute, die der Sonneneinwirkung unkritisch gegenüberstehen. Auch Menschen, die ohnehin zu Suchtverhalten neigen (zum Beispiel Raucher), leiden vermehrt an Tanorexie.

Folgen der Tanorexie
Tanorexie, die übrigens in Deutschland noch nicht als richtige Krankheit anerkannt wurde, ist aus diesem Grund so gefährlich, weil sie nicht nur eine vorschnelle Alterung oder Pigmentstörungen der Haut bewirkt, sondern auch das Risiko an Hautkrebs zu erkranken um ein Mehrfaches erhöht.
So steigt die Zahl der an bösartigem Hautkrebs erkrankten Patienten nicht nur in Australien überproportional an, sondern aufgrund der vermehrten Nutzung von Sonnenbänken auch in Europa und den USA. Dermatologen schätzen heute, dass circa 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Hautkrebs erkranken werden. Diese beunruhigenden Zahlen, die über eine neue Form der Suchtgefahr nachdenken lassen, haben jetzt ein Solarium-Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren gefordert, das ab 2010 in Kraft treten wird.