Tanzevent zum 1. Mai – So wird gefeiert

Erfahren Sie die Hintergründe und Gebräuche, die uns jedes Jahr aufs Neue den 1. Mai als Tanzevent zelebrieren lassen.


Der Tanzevent zum 1. Mai erinnert daran, welche Bedeutung dieser Tag einst für die noch sehr naturverbundenen Menschen hatte. Es war ein wichtiger „Lostag“ der Landwirtschaft, schließlich wurde zu diesem Tag das Vieh auf die Weide getrieben. Und einer Wetterregel nach sollte die Vegetation zu diesem Zeitpunkt so weit fortgeschritten sein, dass sich eine Krähe in der jungen Saat verstrecken könne.

Der Tanzevent zum 1. Mai bringt bei hell lodernden Maifeuern Alt und Jung zu Umtrunk und Tanz zusammen
So lange „von Hand gemachte“ Musik für Gastwirte bezahlbar war, luden vor allem in Tourismusgebieten viele Restaurants am 30. April zu einem „Tanzevent zum 1. Mai“ ein. Der Aufschwung der Diskotheken hat diesem Brauch ein Ende gesetzt. Heute lodern überall am Rande von Städten und Dörfern Maifeuer. Die werden teils von Feuerwehren, teils von Landjugend- oder Sportvereinen veranstaltet. Hier und dort tritt auch eine Eventagentur als Veranstalter auf. Umweltschützer sehen diese Veranstaltung allerdings kritisch. Wenn nach Einbruch der Dunkelheit der Holzstoß angezündet wird, gibt es meist auf einer provisorisch angelegten Tanzfläche Gelegenheit zum Schwof.

Die Maibowle prägte einst den Tanzevent zum 1. Mai
Bis vor vierzig, fünfzig Jahren gehörte die Maibowle unabdingbar zum 1. Mai dazu. Die Mischung aus Wein, Sekt und Selterwasser wurde mit Waldmeister – plattdeutsch Möschen - angesetzt. Den findet man um diese Jahreszeit mit seinen jungen Blättern – nur die eignen sich zur Bowle – in den gerade grünenden Buchenwäldern. Eine solche Bowle muss ziemlich lange „ziehen“ – wohl mit ein Grund, dass man sie heute kaum mehr antrifft. .

Einst war der 1. Mai ein Kampftag der Arbeiterbewegung
Besondere Bedeutung gewann dann der 1. Mai in der jungen Arbeiterbewegung. Ausgehend von Arbeiterunruhen in den USA, forderte seit dem letzten Drittel des 19 .Jahrhunderts die aufkommende sozialistische Bewegung, diesen Tag als Kampftag der Arbeiterbewegung anzusehen. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen die ersten Treffen der Sozialistischen Internationale diese Forderung an. Besonders die deutsche Sozialistin Clara Zetkin hob sich hier hervor.

Der Tanzevent zum 1. Mai – ein lange umstrittener Feiertag
Der Versuch der Weimarer Nationalversammlung am 15. April 1919 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu bestimmen, endete rasch. Das Gesetz galt nur für 1919. Die äußerste Linke wollte den 1. Mai als Revolutionsfeier und die Einführung des 9. Novembers als Revolutionsfeiertag. Der so genannte Blutmai (Berlin 1929) ließ die unüberbrückbaren Widersprüche zwischen KPD und SPD deutlich werden. Gesetzlicher Feiertag wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten. Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte ihn als „Feiertag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland verboten und die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle zum „Nationalen Feiertag“ erklärt. Und damit prägte der Tanzevent zum 1. Mai die Arbeitswelt bis zum heutigen Datum.