Taoismus - Was besagt er?

Ziel des Taoismus ist es, den Menschen in Einklang und Harmonie mit der höheren Macht Dao zu bringen.


Obwohl bis heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnte, ob und wie der chinesische Philosoph Laotse gelebt hat, wird er vor allem als Begründer des Taoismus immer wieder genannt und zitiert. Angeblich habe er diese chinesische Philosophie, die sich später zu einer Religion entwickelte und heute als eine der bedeutendsten Weisheitstraditionen bezeichnet wird, circa vier Jahrhunderte vor Christus in China verbreitet und geprägt. Basierend auf Laotses Schriftwerk „Tao Te King“, auch „Daodejing“ genannt, dreht sich das menschliche Leben um das ,Dao‘, einem Begriff der in der chinesischen Philosophie das Wort „Weg“ bedeutet, tatsächlich aber das übergeordnete Prinzip des Lebens, der Welt und des Seins beschreibt.

Wer sich am Dao orientiert erlangt dauerhaftes Glück
Obwohl zunächst angenommen wurde, dass der Taoismus früher durch den Wunsch nach Weisheit, Frieden und Unsterblichkeit bestimmt war, wird er heute als praxisorientierter Lebensweg betrachtet, der dem Menschen die wahre Schönheit des Lebens vermitteln möchte. Wenn man das Dao nach philosophischer Auslegung also als Ursprung allen Seins betrachtet, ist es verantwortlich für die gesamte Schöpfung und somit für den Menschen weder greifbar noch definierbar. Eine weitere wichtige Aussage des Taoismus ist, dass die Polaritäten Yin und Yang aus dem Dao hervorgehen und durch ihre wechselseitige Wirkung sich alles in einem ständigen Wandel befindet und nichts auf der Welt je still steht. Diesen dauerhaften Wandlungsprozessen soll sich der Mensch nicht entgegen stellen, sondern sie beobachtend hinnehmen und darauf vertrauen, dass sich alle Dinge des Lebens selbst ordnend in der Natur verwirklichen.

In Harmonie mit sich, der Natur und dem Kosmos leben
Übersetzt in die heutige Zeit gehen aus dem Taoismus eine Vielzahl von Praktiken hervor, die dem Menschen helfen sollen in Harmonie mit dem Dao zu leben. Dazu gehören Meditationen, Atem- und Körperübungen genauso wie Anwendungen und Philosophien der traditionellen chinesischen Medizin. Beispielsweise werden Qigong, Akupunktur und Chinesische Kräuterkunde, die innere Alchemie, Taiji und auch andere Kampfkünste als Essenz des Taoismus angesehen. Alle diese Praktiken bereichern und befruchten sich gegenseitig mit dem Ziel, den Menschen auf dem Weg zu einer höheren Spiritualität zu unterstützen. Der Grundgedanke dieser Philosophie basiert auf dem inneren Frieden mit sich und der Welt, mehr Vitalität durch Selbstheilung und einer höheren Zufriedenheit durch praktizierte Bescheidenheit.