Tarifgehalt: Beispiele und Rechtliches

Das Tarifgehalt ist eine faire Vergütung, die auf dem Abschluss eines Tarifvertrages beruht.


Die Grundlage für das Tarifgehalt bildet der Tarifvertrag, welchem das Tarifvertragsgesetz von 1949 zu Grunde liegt. Ein Tarifvertrag wird zwischen Gewerkschaften, als Vertreter der Arbeitnehmer, und Arbeitgeberverbänden, als Vertreter der Arbeitgeber ausgehandelt. Diese unterliegen dem deutschen Tarifrecht, in dem keiner der beiden Verhandlungspartner benachteiligt werden darf. Die Ausgestaltung des Tarifvertrages wird durch keine Vorschriften oder Gesetze beschränkt. Der fertige Tarifvertrag regelt alle Rechte und Pflichten der Beteiligten. Häufig wird der Tarifvertrag unterteilt in einen Manteltarifvertrag und einen Lohntarifvertrag.

Mantel- und Lohntarif regeln Rahmenbedingungen und Höhe vom Tarifgehalt
Im Manteltarifvertrag werden die Rahmenbedingungen, wie Einstellung, Kündigung, Urlaubsanspruch, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen festgelegt. Wenn es zu einer Überschreitung der im Manteltarifvertrag festgelegten Arbeitszeiten kommt, dann werden entweder Zuschläge gezahlt oder ein Arbeitszeitausgleich gewährt. Dies dient den Arbeitnehmern als Anreiz, die Höhe des Verdienstes selbst mitzugestalten. Der Lohntarifvertrag regelt die Höhe der Vergütung. Auszubildende und Arbeitnehmer werden dabei nach ihren Tätigkeiten in Lohngruppen unterteilt. Eine bestimmte Lohngruppe wird dabei als Ecklohn fixiert. An diesem Ecklohn orientieren sich alle anderen Lohngruppen. Das Tarifgehalt unterliegt deshalb prozentualen Schwankungen.

Der Tarifvertrag gilt für alle Beschäftigten
Der Tarifvertrag gilt unmittelbar für Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände. Der Arbeitgeber ist mit dem Gehalt an den Tarifvertrag gebunden. Ein Austritt ist nur möglich, wenn der Tarifvertrag entweder vom Arbeitgeberverband oder der Gewerkschaft aufgekündigt wurde. Ein Arbeitnehmer kann auch während des Tarifvertrages aus der Gewerkschaft austreten. Der Arbeitgeber darf Arbeitnehmer, die in keiner Gewerkschaft organisiert sind, nicht benachteiligen. Auf der Grundlage der Gleichbehandlung bekommen alle Arbeitnehmer das Tarifgehalt gezahlt.

Höhe des Tarifgehalts kostenlos im Internet berechnen
Die Höhe des persönlichen Tarifgehaltes kann im Internet berechnet werden. Dabei sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise die Jahre der Betriebszugehörigkeit, Berufserfahrung, Berufsabschluss, Alter und Wohnort. Hier wird deutlich, dass es sogar innerhalb des gleichen Konzernes Gehaltsunterschiede bei derselben Tätigkeit geben kann. Wenn ein Tarifvertrag vorhanden ist, dann gilt das Tarifgehalt als Mindestlohn, welcher nicht unterschritten werden darf.

Verschiedene Arten des Tarifvertrags
Verschiedene Unternehmen nutzen unterschiedliche Arten von Tarifverträgen. Ein Krankenpfleger, welcher in einer staatlichen oder kommunalen Einrichtung angestellt ist, wird nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Zum festgelegten Grundgehalt können zahlreiche, teils abgabenfreie Zuschläge kommen, wie Ortszuschlag, Schichtzuschlag oder Nachtzuschlag. Ein Flächentarifvertrag gilt mit regionaler Beschränkung beispielsweise für ein Bundesland. Private Arbeitgeber schließen gern Haustarifverträge ab.