Taschkent, die zwei Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Usbekistans, liegt auf etwa 450 Metern Höhe an der Grenze zu Kasachstan, im Tal des Flusses Chirchiq. Sie wird nördlich begrenzt von der Großen Seidenstraße, am westlichen Rand zieht sich das Tianshangebirge entlang. Es herrscht kontinentales Klima – im Sommer kann es bis zu 35 Grad heiß werden, im Winter sinken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Da die meisten Niederschläge zwischen November und März fallen, bieten sich Herbst und Frühjahr als ideale Reisezeit an. Zumal Taschkent eine sehr grüne Stadt mit viel Wasser ist.
Taschkent hat viele Parks, Springbrunnen und Museen
Große Teile der Stadt sind 1966 bei einem schweren Erdbeben zerstört worden, darunter viele historische Bauwerke. Damit hat die Stadt auch einiges von ihrem orientalischen Charme verloren.
Im Zuge des Wiederaufbaus wurden zahlreiche Parks und Springbrunnen angelegt, nicht nur im Zentrum, sondern auch in der Neustadt Taschkents, die sich rund um den Amir-Timur-Park erstreckt. Dem großen Eroberer des 14. Jahrhunderts ist hier ein imposantes Reiterstandbild gewidmet, ebenso ein Museum ganz in der Nähe. Vor dem Theater Navoji, einem Bau aus den vierziger Jahren, das vorwiegend japanische Kriegsgefangene errichtet haben, steht ein Springbrunnen in Form einer Baumwollkapsel.
Auf jeden Fall lohnen das National-historische Museum und das Museum der angewandten Kunst einen Besuch.
Vom Fernsehturm bietet sich ein phantastischer Blick über die grüne Stadt, durch die sich der Ankhor-Fluss schlängelt und wer anschließend ein bisschen Erholung braucht, kann im Aquapark schwimmen gehen oder durch den japanischen Garten bummeln.
Historische Architektur und ein Hauch von orientalischem Flair
Erhalten gebliebene oder wieder aufgebaute Bauwerke altusbekischer Architektur lassen sich im Zentrum von Taschkent bewundern. Zu ihnen gehören das Parlamentsgebäude, Oliy Majlis und das Timuriden-Museum, beide mit wundervollen, wieder hergestellten blauen Kuppeln. Besonders beeindruckend sind die Kukeldasch- und die Barak-Chan-Medresse aus dem 16. Jahrhundert, in deren Bibliothek eines der ältesten Exemplare des Koran aufbewahrt wird.
Allein die Altstadt, nordwestlich vom Zentrum gelegen, lässt noch etwas Gefühl von 'Tausendundeiner Nacht' aufkommen. Auf dem Chorsu Bazar, der zu einem der größten Taschkents zählt, findet man eine reiche Auswahl an traditioneller Handwerkskunst (übrigens nur hier), und im Viertel Tschigatai bieten jede Menge kleiner Restaurants in den Innenhöfen der Häuser typisch usbekische Speisen an.
Wer von Taschkent aus die märchenhaften Städte Samarkand oder Buchara besuchen will, kann das ganz einfach, bequem und schnell mit der Eisenbahn tun, zum Beispiel mit dem Registon-Express in vier Stunden nach Samarkand, oder mit dem Sharq-Express, der nur etwas über sieben Stunden nach Buchara (via Samarkand) braucht.
Ein besonderes Abenteuer ist die Autofahrt von Taschkent nach Samarkand durch die einstige „Hungersteppe“, aus der eine fruchtbare Ebene geworden ist.