Teetrinken hat in Russland Tradition. Was für uns heute der Wasserkocher ist, war und ist zum Teil heute noch der Samowar für die Russen. Übersetzt ins Deutsche bedeutet „Samowar“ soviel wie Selbstkocher. Auch in der Türkei, dem Iran, sowie bei den Nomaden Zentralasiens sind Samoware verbreitet. Man unterscheidet zwischen dem traditionellen Holzkohle Samowar und dem moderneren Elektro-Samowar.
Wie funktioniert er?
Bei einem traditionellen Samowar wird das Wasser durch Holzkohle zum Kochen gebracht. Ein in der Mitte des Wasserkessels angebrachtes Rohr sorgt für die Aufheizung. Der Wasserspiegel muss unbedingt höher sein als die Kohle. Ansonsten könnte nämlich die Zinnschicht im Innneren des Samowars schmelzen oder sogar der Kessel platzen. Je größer der Samowar ist, desto länger dauert natürlich auch das Anheizen.
Der Tee, meist wird schwarzer Tee verwendet, wird in einer kleinen Kanne angesetzt und dient quasi als Konzentrat – viele Teeblätter ziehen in wenig Wasser. Als Mischverhältnis wird zumeist 1:3 empfohlen, also etwa 20 Teelöffel Teeblätter zu einem Liter Wasser. Ein wenig Teekonzentrat wird dann schlussendlich mit dem im Samowar erhitzten Wasser vermischt.
Antik oder neu?
Gerade antike Samoware sind zumeist dekorativ verziert und wahre Schmuckstücke. Dies hat jedoch auch seinen Preis. Je nach Zustand und verwendetem Material schwanken die Preise für antike Samoware zwischen 250 und mehreren Tausend Euro. Wer sich ein antikes Modell nicht leisten kann, hat aber auch die Möglichkeit, einen neuen Holzkohle Samowar zu erwerben. Diese bekommt man für etwa 100 bis 200 Euro.
Doch lieber Elektro-Samowar?
Ein Elektro-Samowar funktioniert eigentlich wie ein Wasserkessel, im Inneren des Samowars ist eine Heizspirale angebracht. Genau wie beim Holzkohle Samowar steht auch bei der Elektro-Variante das Teekonzentrat, das durch den aufsteigenden Wasserdampf durchzieht, auf dem oberen Teil des Samowars.