Teilauszug: Prinzip und Funktionsweise

Der Teilauszug ist ein Schienenführungssystem und beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen der Schubladenführung.


Der Teilauszug kann in allen Bereichen der Möbelindustrie eingesetzt werden, die ein Schienenführungssystem erfordern. Eine Schublade ist ein oben offenes Schrankelement, das in einen Korpus geschoben wird. Damit die Schublade sich bewegen kann und nicht beim Herausziehen herunterfällt, aber auch mehrere Schubladen übereinander angebracht werden können, wird ein Führungssystem benötigt. Auszüge stabilisieren die Schublade nach vorn und an den Seiten. Das Schieben der Schublade erfolgt indem sie mit ihrem Boden auf Schienen liegt (Unterflur – dieses Schienensystem benötigt nur minimalen Platzbedarf an der Seite) oder auf seitlichen Schienen geführt wird. Das Öffnen und Schließen erfolgt durch einen Schrankknopf oder auf Druck auf die Schubladenfront. Damit diese sich auf Druck öffnet, ist ein Federmechanismus in die Schienenführung eingebaut.

Die Funktion der Schubladenschienen

  • Die Schubladenschienen sind Auszugsschienen aus Metall, auch Teleskopschienen genant. Das verwendete Metall ist vor Korrosion geschützt. Eine Schiene befindet sich am Korpus und eine weitere auf der beweglichen Schublade. Diese Schienen sind gegeneinander verschiebbar und ermöglichen ein komfortables Bedienen. Die eingebaute Stoppvorrichtung bestimmt, wie weit die Schublade herausgezogen werden kann.
  • Ist eine zusätzliche Soft-Close-Luftdämpfung in das Führungssystem eingebaut, sind nur geringe Auszugskräfte notwendig. Beim Verbinden mit Einrastkupplungssystem zwischen Führung und Schublade entsteht ein hörbares „Klick“-Geräusch. Die Schublade ist nun gebrauchsfähig auf das Schienensystem montiert. Soll die Schublade entfernt werden, zum Beispiel bei einem Umzug, wird die Rastkupplung gelöst und die Schublade kann einfach wieder entfernt werden.

Die Belastbarkeit und Funktionsweise des Teilauszug

  • Der Teilauszug ist nur eine Technik in der Schienenführung. Andere Techniken sind die Schlittenführung, der Schwerlastauszug, der Überauszug und der Vollauszug. Sie unterscheiden sich dadurch, wie weit die Schublade herausgezogen werden kann und wie bequem man bis in die hintersten Ecken des Faches kommt. Beim Überauszug tritt die Schublade über ihre Länge aus dem Korpus aus, beim Vollauszug in gesamter Länge. Beim Teilauszug ist die Funktion auf das Wesentliche begrenzt.
  • Die Schublade geht so weit herauszuziehen, dass man alles darin erreicht, aber dennoch bleibt ein Stück (15 bis 20 Zentimeter beziehungsweise 15 Prozent) im Korpus zurück. In Möbeln ist der Teilauszug mit bis zu 30 Kilogramm belastbar. Vollauszüge sind im Vergleich mit bis zu 65 Kilogramm und 200 Kilogramm in Werkzeugschränken belastbar. Der Teilauszug in Werkzeugschränken ist enorm belastbar. Bis zu 100 Kilogramm Tragkraft besitzt er hier.
  • Wenn sich zwischen Schiene am Korpus und Schiene an der Schublade Kugeln befinden (Kugelführung) kann sich die Belastbarkeit auf 270 Kilogramm erhöhen. Diese Kugeln reduzieren die Reibung zwischen beiden Schienen und erleichtern die Bewegung. Die Belastbarkeit richtet sich auch nach der Schienenlänge, diese kann je nach Hersteller und verwendeter Lauftechnik zwischen 150 und 1540 Millimeter betragen. Der Teilauszug stellt immer eine preiswertere Alternative zum Vollauszug dar. Der Teilauszug wird zum Beispiel auch für TV-Auszüge benutzt.