Teilhabe am Arbeitsleben: Rechtslage

Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben haben zum Ziel, die Erwerbsfähigkeit von kranken und/oder geistig beeinträchtigten Menschen zu fördern.


Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen alle Rehamaßnahmen, die Berufs- und Arbeitstätigkeit von kranken oder behinderten Menschen fördern. Sie umfassen Hilfen, die den Menschen helfen, einen Arbeitsplatz zu bekommen oder einen zu erhalten, wenn sie schon einen besitzen, Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen, Vorbereitungsmaßnahmen und die Übernahme vieler Kosten, die mit diesen Maßnahmen in Verbindung stehen. Diese Leistungen werden von verschiedenen Trägern übernommen, oft aber auch einfach von der Arbeitsagentur oder der Berufsgenossenschaft.

Voraussetzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
Wenn die Erwerbsfähigkeit durch Krankheit, geistige oder körperliche Behinderung gefährdet oder gemindert ist, und wenn absehbar ist, dass durch die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben eine Minderung der Erwerbsfähigkeit verhindert wird, oder eine bereits bestehende Verminderung der Erwerbsfähigkeit verbessert oder wiederhergestellt werden kann, oder der Arbeitsplatz bei einer teilweisen Verminderung erhalten werden kann, hat eine Person einen Anspruch auf die Leistungen. Allerdings gibt es weitere, versicherungsrechtliche Voraussetzungen, wie etwa die Wartezeit von 15 Jahren oder das Beziehen einer Erwerbsminderungsrente. Wenn allerdings auf Grund des Alters keine Wartezeit von 15 Jahren eingehalten werden kann, kann dennoch ein Anspruch auf die Leistungen erhoben werden. Keinen Anspruch auf die Leistungen haben Personen die gesundheitliche Einschränkungen aufgrund eines Arbeitsunfalls haben, verbeamtet sind, dauerhaft aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind oder sich in Untersuchungshaft befinden.

Kosten und Allgemeines zu den Leistungen
Die Rentenversicherungsträger und die Berufsgenossenschaften übernehmen auch Kosten, die mit den Leistungen in Zusammenhang stehen. Dazu zählen zum Beispiel Lehrgangskosten, Lernmittel, Prüfungsgebühren, Arbeitskleidung einschließlich Schuhe und Schutzkleidung sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung, falls die Teilnehmer eine Unterbringung außerhalb ihres eigenen Haushaltes benötigen. Die Rehaträger können die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben auch als Zuschuss an den Arbeitgeber leisten. Anspruchs- und antragsberechtigt sind Versicherte, der Arbeitgeber ist nur eine Art Begünstigter, ohne eigenes Antragsrecht. Die Gewährung eines Zuschusses kann von Bedingungen und Auflagen abhängig gemacht werden. Bei den Leistungen helfen Rentenversicherungsträger, Integrationsamt und Integrationsfachträger weiter. Das vorrangige Ziel der Leistungen ist der Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes. Wenn dies nicht möglich ist, wird nach einem besser geeigneten Arbeitsplatz im bisherigen oder einem anderen Betrieb gesucht. Hier übernehmen vor allem die Berufsgenossenschaften und die Rentenversicherungsträger die Verantwortung und wirken mit der Agentur für Arbeit zusammen.