Teilzeit beantragen - Die nötigen Voraussetzungen

Wer Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen will, der muss nicht nur die dafür nötigen Voraussetzungen mitbringen, sondern auch rechtzeitig Teilzeit beantragen.


Teilzeitarbeit bietet viele Vorteile, vor allem für Elternteile in Elternzeit. Denn auf diese Weise lassen sich Beruf und Familie unter einen Hut bringen und auch der Belastungsgrad ist wesentlich geringer als in Vollzeit. Wer darüber nachdenkt, sich für einen Job in Teilzeit zu entscheiden, der muss vor allem rechtzeitig Teilzeit beantragen und außerdem die dafür nötigen Voraussetzungen beachten.

Nötige Voraussetzungen
Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer ein Recht auf Teilzeit, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählt, dass das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer länger als sechs Monate besteht. Erst nach Ablauf dieses Zeitraums kann ein Antrag auf Teilzeit gestellt werden. Auch muss der Antrag rechtzeitig beim Arbeitgeber eingehen, das heißt mindestens drei Monate vor Antritt der Teilzeit. Außerdem müssen im Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sein, dazu zählen jedoch auch Teilzeitbeschäftigte.

Wie viele Stunden darf verringert werden?
Sind einige Voraussetzungen erfüllt, so hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine vertraglich verringerte Arbeitszeit. Für diese Verringerung gibt es keine Ober- oder Untergrenze. Der Arbeitnehmer kann also eine Reduzierung seiner Arbeitszeit um nur eine Stunde oder aber um 20 Stunden pro Woche beantragen. Stellt der Arbeitnehmer einen Antrag auf Teilzeit, so muss dieser Antrag den Wunsch der neuen Arbeitsstundenverteilung enthalten. Das Recht auf eine Verringerung der Arbeitszeiten gilt übrigens auch für geringfügig Beschäftige sowie für Personen mit einem befristeten Arbeitsvertrag.

Wie muss ein Antrag auf Teilzeit aussehen?
Es gibt keine obligatorische Form, in welcher der Antrag gestellt werden muss. Er kann auch mündlich beim Arbeitgeber eingehen. Dennoch ist es ratsam, den Antrag schriftlich einzureichen, denn so ist bei eventuellen Problemen alles dokumentiert. Ein Grund, warum der Wunsch in Teilzeit zu arbeiten besteht, muss nicht genannt werden, dennoch ist es von Vorteil dies zu tun. Denn im Falle einer Ablehnung des Antrags können die Gründe eine entscheidende Rolle spielen, um den Antrag dennoch durchzusetzen. Ein Antrag kann vor allem aus betrieblichen Gründen vom Arbeitgeber abgelehnt werden, wenn durch die Verringerung der Arbeitszeit der Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich gefährdet ist oder aber wenn durch den „halben“ Ausfall des Arbeitnehmers unverhältnismäßig hohe Kosten für das Unternehmen entstehen.

Teilzeit und Elternzeit
In der Elternzeit gelten gesonderte Rechte für Mütter und Väter. Entweder können die Elternteile ganz pausieren oder ihre Arbeitszeit auf 15 bis 30 Stunden pro Woche reduzieren, dabei gilt, mindestens 15 Stunden muss gearbeitet und maximal 30 Stunden darf gearbeitet werden. Wer mehr als 30 Stunden arbeiten will, der darf keine Elternzeit beanspruchen. Wer Teilzeit in der Elternzeit beantragen will, der muss dies rechtzeitig, nämlich acht Wochen vorher, tun. Ebenfalls setzt auch hier der Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung eine Betriebsgröße von mindestens 15 Beschäftigten voraus.