Teilzeitausbildung: Rechtliche Vorgaben

Die Teilzeitausbildung ist ein modernes Instrument, das der Vereinbarkeit von Berufsausbildung und Familie voll Rechnung trägt.


Für viele junge Leute stellt sich oft die Frage: Familie und Ausbildung – geht das? Seit 2005 besteht die Möglichkeit der Teilzeitausbildung gemäß § 8 Berufsbildungsgesetz. Somit ist sicher gestellt, dass auch für junge Eltern es immer noch möglich ist, eine Ausbildung zu absolvieren. Dabei kommen im Wesentlichen zwei Varianten der Teilzeitausbildung in Betracht: Eine Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit. Dabei beträgt die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts mindestens fünfundzwanzig und maximal dreißig Wochenstunden. Eine andere Variante ist die Teilzeitausbildung mit Verlängerung der Ausbildungszeit. Dann beträgt die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichtes mindestens zwanzig Wochenstunden.

Neue Möglichkeiten geschaffen
Junge Eltern hatten lange Zeit keine Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren oder ihre angefangene Ausbildung fortzusetzen, sobald sie Eltern wurden. Dieses Problem gehört mit der Teilzeitausbildung nunmehr der Vergangenheit an. Aber nicht nur junge Mütter und Väter stehen oft vor dieser sich auf tuenden Problematik und somit ist diese neu geschaffene Ausbildungsmöglichkeit auch für Menschen geeignet, die einen Angehörigen pflegen oder denen die Belastung einer vollen Arbeitszeit, zum Beispiel wegen einer Behinderung, nicht zuzumuten ist. Da die Stundenzahl einer Teilzeitausbildung nur zwischen zwanzig und dreißig Wochenstunden liegt, wurden speziell hier hervorragende Ausgangsbedingungen geschaffen. Wichtig ist, dass der Betrieb die Stunden sinnvoll in seine Betriebsabläufe integrieren kann. Dazu sprechen der Ausbildungsbetrieb und der Auszubildende ab, zu welchen Zeiten die Arbeitsstunden abgeleistet werden können – etwa nur an einzelnen Tagen in der Woche oder nur vormittags. Die Ausbildungsvergütung und der Urlaubsanspruch werden dann entsprechend prozentual an der verkürzten Arbeitszeit bemessen.

Gesetzliche Grundlagen – Gesetzestext
§ 8 BBiG Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), zuletzt geändert durch Artikel 15 Abs. 90 des Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160)
(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).
(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung nach Satz 1 sind die Ausbildenden zu hören.
(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Richtlinien erlassen.