Teilzeitbeschäftigung: Auswirkung für den Arbeitsmarkt

Eine Beschreibung über die geschaffenen gesetzlichen Grundlagen und Möglichkeiten einer Teilzeitbeschäftigung.


Grundlage für eine Teilzeitbeschäftigung sind die vom Gesetzgeber geschaffenen Rahmenbedingungen. Dazu zählen: das Teilzeit- und Befristungsgesetz, das Arbeitszeitgesetz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Arbeitszeitverordnung für die Beamtinnen und Beamten und nicht zuletzt das Bundesgleichstellungsgesetz. In den vergangenen Jahren ist die Quote der Teilzeitbeschäftigungen im Rahmen abhängiger Beschäftigungsverhältnisse angestiegen. Dieser Trend setzte sich auch in der Wirtschaftskrise fort. Während die Vollzeitstellen knapper werden, nimmt die Zahl der Teilzeitstellen stetig zu. Das führt dazu, dass heute bereits jeder vierte Beschäftigte einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Immerhin sind vier von fünf Teilzeitbeschäftigten Frauen. Und nur etwa jede achte erwerbstätige Frau übt dabei lediglich eine geringfügige Beschäftigung aus; einen so genannten Minijob. Besonders ausgeprägt sind Geschlechterunterschiede bei Eltern. Nur etwa fünf Prozent der Väter sind teilzeitbeschäftigt zu Gunsten der Familie.

Teilzeitbeschäftigung bietet Chancen
Durch die Teilzeitbeschäftigung wird die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf wesentlich erleichtert. Ebenso bietet sich dieses Arbeitszeitmodel hervorragend für den Übergang nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung beim beruflichen Wiedereinstieg an. Allerdings ergeben sich aus einer Teilzeitbeschäftigung nicht nur Vorteile. Nicht selten muss auch mit geringerer sozialer Sicherung, geringeren Verdienst- und Karrierechancen gerechnet werden. Aber auch für Arbeitgeber ist es nicht immer einfach sich den Gesetzgebungen anzuschließen. Mittlerweile gibt es viele verschiedene und individuelle Arbeitszeitmodelle. Zu Problemen kommt es immer dann, wenn zum Beispiel die Beschäftigung über die Hälfte eines Dienstpostens hinausgeht und die andere Hälfte des Dienstpostens besetzt ist.

Flexible Arbeitszeiten in anderen Ländern
Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsorganisationen ist in vielen Ländern bereits das bevorzugte Instrument der Geschäftsleitungen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Dabei kommen verstärkt Teilzeitbeschäftigung, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten und individuell ausgehandelte Arbeitszeitmodelle zum Einsatz. Schwedische und britische Unternehmen bieten zum Beispiel insgesamt mehr Maßnahmen im Bereich flexible Arbeitszeit und flexible Formen der Arbeitsorganisation an als deutsche Vergleichsfirmen. Italienische und polnische Betriebe wiederum weniger. Die französischen Unternehmen unterscheiden sich beim Umfang ihres Engagements nicht wesentlich von den Unternehmen hierzulande. Angebote, Teilzeit zu arbeiten, eine flexible Tages- und Wochenarbeitszeit sowie individuell ausgehandelte Arbeitszeiten sind überall wichtige Flexibilisierungsformen, mit denen die Balance zwischen Familienleben und beruflicher Tätigkeit hergestellt oder verbessert werden soll. Insgesamt hat es den Anschein, dass die britische oder auch die schwedische Wirtschaft bei dem Versuch, durch flexible Arbeitszeiten, Telearbeit oder Jobsharing familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, einen Schritt weiter ist als die deutschen Unternehmen.