Teilzeitgesetz: Was regelt es?

Auf das Teilzeitgesetz haben Viele 2001 gewartet. Leider lässt es auch heute noch viel Spielraum für allerlei Spekulationen und Willkür. Lesen Sie hier, was Sie im Zusammenhang mit diesem Gesetz beachten müssen.


Manch einer hatte im Jahr 2001 auch am Tag nach Silvester einen guten Grund zu feiern, denn am 01. Januar 2001 trat das Gesetz über Teilzeitarbeit – kurz: das Teilzeitgesetz – in Kraft. Dieser Beschluss erlaubt einigen Arbeitnehmern, auf die Verkürzung ihrer bereits geregelten Arbeitszeit zu bestehen. Im Klartext heißt das also, dass Beschäftigte in Vollzeit die Möglichkeit haben, diese auf weniger Stunden herunterzustufen. Allerdings gibt es hierfür gewisse Voraussetzungen, die unbedingt erfüllt sein müssen, um einen gerechtfertigten Anspruch zu erheben.

Was muss der Antragstellende beachten?
Der Betrieb, bei dem man in einem Arbeitsverhältnis steht, muss laut Teilzeitgesetz mindestens 15 Beschäftigte aufweisen können. In diese Zahl werden auch Teilzeitkräfte eingerechnet, Auszubildende zählen allerdings nicht mit. Zusätzlich muss der Antragsteller seit mindestens sechs Monaten angestellt sein. Der Antrag ist dem Vorgesetzten spätestens drei Monate vor dem gewünschten Arbeitszeitenwechsel vorzulegen. Hält sich der Betroffene an diese vorgeschriebenen Richtlinien, so steht dem Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung eigentlich nichts mehr im Wege. Die Betonung liegt hier aber auf dem Wort „eigentlich“, denn auch der Arbeitgeber kann ein Veto einlegen. Gesetzlich festgelegt ist, dass der Arbeitgeber den Antrag nicht bewilligen muss, wenn betriebliche Interessen dagegen sprechen. Was dies genau heißt, ist im Teilzeitgesetz leider nicht genau festgelegt worden und wird im Zweifelsfall von einem Arbeitsgericht entschieden werden müssen. Hier liegt enormer Nachbesserungsbedarf vor, denn ausgerechnet dieser Passus, der eigentlich so wichtig ist, lässt großen Spielraum für Spekulationen und Willkür seitens der Arbeitgeber zu.

Benachteiligungen sind tabu
Stellt ein Arbeitnehmer einen solchen Antrag, muss dieser sich nicht vor Benachteiligungen hinsichtlich einer Beförderung fürchten. Hier ist klar vorgeschrieben, dass der Wechsel zur Teilzeitarbeit nicht ins Gewicht fallen darf. Auch Fortbildungsmaßnahmen müssen von diesem Wechsel unberührt bleiben. Falls der Arbeitnehmer seine gekürzte Arbeitszeit wieder aufstocken möchte, so ist dieser – bei einer entsprechenden freien Stelle – den anderen Mitbewerbern grundsätzlich vorzuziehen. Natürlich nur, sofern der Arbeitnehmer die gleiche Qualifikation hat, denn das betriebliche Recht garantiert dem Arbeitgeber, grundsätzlich eine freie Stelle mit dem Bewerber mit der besten Qualifikation zu besetzen. Dies bleibt vom Teilzeitgesetz unberührt.