Im Jahr 1948 produzierte der deutsche Rundfunkgerätehersteller SABA das Telefon W48 für die Deutsche Post. Es wurde in großen Stückzahlen hergestellt und ist das zweite deutsche Nachkriegstelefon. Mittlerweile ist es zum Liebhaberstück von Sammlern geworden und ist der Klassiker unter alten deutschen Tischfernsprechern.
Die Herstellung
Ab 1950 wurde das Telefon W48 nicht nur von SABA, sondern von fast allen westdeutschen Telefonherstellern produziert und es gab nur minimale Unterschiede zwischen den gefertigten Produkten der einzelnen Firmen. Bis in die 70ger Jahre blieb es, ohne wirkliche Funktionserweiterungen, das Basistelefon der Deutschen Post, welche dieses Gerät nicht verkaufte, sondern dessen Nutzung gegen eine Mietgebühr zur Verfügung stellte. Der technisch sowie optisch revolutionäre Fernsprech-Tischapparat 611 bedeutete im Laufe der Zeit das Ende des W48.
Zum 500. Jubiläum der Post Anfang der Neunziger produzierte die Firma Wilhelm Heibl Werke GmbH & Co. KG eine Neuauflage des Telefonklassikers. Mit verbessertem Inhalt verkaufte sich dieses Gerät sehr erfolgreich.
Ausstattung und Modelle
Wie bei seinem Vorgängermodell, dem W38, wurden auch beim W48 alle Bauteile auf einer Metallgrundplatte montiert und mit Kabelsträngen frei verdrahtet. Der Zweispulen-Wecker wurde später durch die preisgünstigere einspulige Variante ersetzt. Gegen 1956 kamen Nummernschalter mit und ohne Rücklaufsperre zum Einsatz. Ein im Handapparat eingebauter Gehörschutz-Gleichrichter unterdrückte die lauten Knall- und Knattergeräusche und die Rückhördämpfung wurde mehrmals abgeändert.
Die 22 kreisförmig angeordneten Löcher der Mikrofon-Einsprachklappe der ersten Modelle wurden später auf 40 erhöht, was die Verständigungsqualität erheblich verbesserte. Die Hörschnur war anfangs geflochten oder mit Baumwollgarn umwickelt, wurde aber auf Kundenwunsch in einer Sonderanfertigung gegen eine dehnbare Gummizugschnur ersetzt. Trotz dieser noch nicht sehr reißfesten Schnur, blieb man auf einer Länge von zirka zwei Metern. Ab den Sechzigern wurde, ebenfalls als Sonderausstattung, eine Kunststoff-Spiralschnur angeboten.
Neben der schwarzen Standardfarbe wurde das Telefon W48 auch in einem cremefarbenen Ton hergestellt. Diese in der Herstellung aufwendigeren und teureren elfenbeinfarbenen Telefone galten in wohlhabenden Haushalten als Statussymbol. Sehr selten sind Geräten in grau, dunkelgrün, braun oder aus durchsichtigem Plexiglas.
Das Telefon W48 in unserer Zeit
Auf Grund seiner damaligen hohen Verbreitung und seines Bekanntheitsgrades erfreut sich das Telefon W48 nach wie vor großer Beliebtheit. Alte Bauteile werden restauriert und neu eingebaut. Durch verschiedene Nachrüstungen wurde die Sprachqualität der Geräte erhöht und sie lassen sich problemlos an die nun vorhandenen Telefonanschlüsse anschließen.
Als Neugerät ist das W48 mit einer Transistorenkapsel und einem moderneren Innenleben ausgestattet und im Internet erhältlich.