Telefonieren am Arbeitsplatz - Rechtliches

Das Telefonieren am Arbeitsplatz bezüglich privater Angelegenheiten kann berufliche Folgen haben, muss es aber nicht zwangsläufig.


Sicherlich hat jeder schon mal vom Arbeitsplatz aus einen privaten Anruf getätigt, entweder vom firmeneigenen Telefonapparat aus oder mit dem eigenen Handy. Ein Anruf eines Bekannten im Büro lässt sich ohnehin kaum vermeiden und manchmal gibt es dringende private Angelegenheiten, die noch schnell geregelt werden müssen. Oftmals ist es gar nicht möglich, nach Feierabend noch einen Arzttermin vereinbaren oder behördliche Angelegenheiten zu regeln. Ein Telefonat während der Arbeitszeit ist in solchen Fällen unumgänglich. Grundsätzlich ist dies zunächst auch nicht verboten, jedoch bergen private Telefonate dennoch das Risiko des Jobverlusts.

Geduldet oder verboten?
Prinzipiell gilt, dass derjenige der am Arbeitsplatz beziehungsweise während der Arbeitszeit telefoniert, in diesem Moment vom Unternehmen bezahlt wird, ohne eine Gegenleistung, sprich seine Arbeitskraft, zu erbringen. Unter Umständen nutzt er zudem betriebliche Einrichtungen für private Zwecke und verursacht damit zusätzliche Kosten, wie etwa die Telefongebühren. Dennoch sind private Telefonate durchaus auch erlaubt und gemäß einem Urteil des Landesgerichts Köln nicht generell vertragswidrig. Allerdings bleibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit, schriftlich ein absolutes Verbot für privates Telefonieren auszusprechen. Wenn dies nicht ausdrücklich entsprechend geregelt ist, kann der Arbeitnehmer dies als Duldung interpretieren.

Worauf ist beim Telefonieren am Arbeitsplatz zu achten?
Natürlich ist die Duldung durch den Arbeitgeber längst kein Freibrief für grenzenloses Telefonieren. Unter keinen Umständen dürfen Privatangelegenheiten die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers in erkennbarem Maße mindern. Als Richtwert können bei einem Vollzeitbeschäftigten etwa 10 Minuten für selbst getätigte Telefonate angesetzt werden. Hinzu kommen noch Anrufe von außerhalb, die meist toleriert werden, sofern diese nicht überhand nehmen. Eindeutige Verbote lassen hingegen keinen Spielraum. Wer gegen sie verstößt, dem droht zum einen eine Abmahnung, zum anderen sogar eine Schadensersatzforderung und letztendlich der Verlust des Arbeitsplatzes. Bei schweren Fällen, das heißt, wenn das Telefonieren am Arbeitsplatz deutlich den tolerierbaren Rahmen überschreitet, riskiert der Arbeitnehmer auch dann, wenn kein ausdrückliches Verbot existiert, seinen Arbeitsplatz. Der Kündigung muss in diesem Fall nicht unbedingt eine Abmahnung vorausgehen. Trotz rechtlicher Regelung und Urteilsspruch sollte der Verstand selbst das gesunde Maß finden. Die zu duldenden 10 Minuten dürfen daher auch nicht als festes Zeitguthaben verstanden werden, das täglich, wie die Mittagspause zu nutzen ist und bei Nichtnutzung auf den nächsten Tag übertragen werden kann.

Gegenseitiges Verständnis statt Richterspruch
Wie in allen Bereichen empfiehlt es sich, sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer, dem anderen sein Verständnis entgegenzubringen. Der eine oder andere Kontakt außerhalb des Berufes und dringende notwendiges Telefonieren am Arbeitsplatz macht möglicherweise den Kopf wieder frei für die wesentlichen Dinge, nicht zwingend erforderliche Telefonate hingegen, sollten während der Arbeitszeit stets vermieden werden, das erhöht das Vertrauen des Chefs.