Telefonortung: rechtliche Grundlagen

Es gibt durchaus einige Gründe, die für Telefonortung sprechen. Beispielsweise, wenn es um kranke oder vermisste Menschen geht.


Das Ausfindigmachen von Telefonen findet Anwendung von Seiten des Gesetzgebers in Form von polizeilichen Ermittlungen, als sichernde Maßnahme bei chronisch kranken Menschen, aber auch im privaten Umfeld. Letzteres hat meist mit Spaß oder Kontrolle zu tun, obwohl es auch vernünftige Ansätze gibt. Im Lauf der letzten Jahre ist das Gesetz zur Regelung der Telefonortung immer wieder nachgebessert und dabei meist verschärft worden.

Wo ist die Telefonortung geregelt?
Vorrangig ist die Ortung von Standortdaten im Telekommunikationsgesetz geregelt. Der Paragraph 98 stellt in vier Absätzen fest, zu welchem Zweck die Daten erhoben werden dürfen und was unter dem Ausdruck „weiterverarbeiten“ verstanden werden darf. Kernaussage über das Mitspracherecht des zu Ortenden ist, dass sein Einverständnis mit wenigen Ausnahmen nicht vorauszusetzen ist, sondern explizit einzuholen ist. Das ist im Zusammenhang mit modernen Smartphones relevant, da viele der kleinen Zusatzprogramme den Standort per GPS oder Netzwerk ermitteln wollen, um beispielsweise das Wetter zu präsentieren oder ein gestohlenes Handy wiederzufinden. In solchen Fällen ist lediglich die anonymisierte Weiterverarbeitung gestattet. Allerdings auch nur für den unbedingt notwendigen Zeitraum. Anbieter solcher Dienste, die Telefone orten möchten, müssen sicherstellen, dass die einmal gegebene Erlaubnis jederzeit widerrufen werden kann.

Das Orten von Telefonen durch die Polizei
Mithilfe der Telefonortung ist es der Polizei möglich, vermisste Personen, gestohlene Telefone und Autos zu finden oder flüchtende sowie verdächtige Personen aufzuspüren – sofern diese das Handy am Körper oder in der Nähe haben. Die Polizei kann in bestimmten Situationen weitergehen bis zum Mithören. Um Willkür vorzubeugen, muss per Antrag erst die Erlaubnis eingeholt werden. Liegt diese vor, sind Anbieter von Daten- und Kommunikationsdiensten verpflichtet, entsprechende Auskünfte zu erteilen und die Ermittlungsbehörden zu unterstützen.

Was dürfen Firmen und Privatpersonen?
Internetportale, die Telefonortung als einen tollen Spaß anbieten, gibt es reichlich. Auch sie müssen sich an das in Deutschland geltende Recht halten. Wenn es sich nicht ohnehin um Abzock-Seiten handelt, tut man gut daran, sich deren AGB und Datenschutzerklärungen durchzulesen und den Leumund des Portals im Netz zu überprüfen. Privatpersonen, die sich dort registrieren, können zu jeder Zeit das eigene Telefon eintragen. Beispielsweise als Suchoption für ein verlegtes oder gestohlenes Gerät. Telefonortung des Lebenspartners oder aus Spaß das Gerät eines Bekannten zu „tracken,“ wie es fachtechnisch heißt, benötigt man dessen schriftliche Genehmigung. Eine Ausnahme bilden Eltern, die das Handy ihrer Kinder orten lassen möchten. Ethische Grenzen gibt es hier mit fortschreitendem Alter nur aufgrund der Persönlichkeitsrechte Heranwachsender. Rechtlich darf ein Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres geortet werden.