Tellerlattenrost: Vor- und Nachteile

Eine gute Matratze kann man auch auf ein einfaches Rolllattenrost legen, ein Tellerlattenrost schafft noch mehr Komfort.


Die Auflagepunkte unseres mit den Jahren immer empfindlicheren Körpers, das sind insbesondere Schulter, Hüfte und Knie, liegen auf jeder Matratze mit besonderem Druck an bestimmten Stellen auf. Die Matratze die üblicherweise in Liegezonen aufgeteilt ist, gibt an diesen Druckpunkten ganz besonders nach, so dass die Körperpartien einsinken können und keine Schmerzen während des Schlafens auftreten. Eine noch so hochwertige Matratze kann aber nur so viel nachgeben, wie die Unterlage auf der sie liegt. Liegt unter einer Matratze der Spitzenklasse ein starrer Rolllattenrost, so kommt man nur sehr begrenzt in den Genuss einer so anschmiegsamen Matratze, da die Unterlage darunter dem Auflagedruck nicht nachgibt. Hat man andererseits in ein etwas kostspieligeres Tellerlattenrost investiert, kommt das dem Körper während des Schlafes an jeder einzelnen Auflagestelle spürbar zugute, denn ein Tellerlattenrost gibt individuell an jedem einzelnen sogenannten „Teller“ entsprechend dem einwirkenden Körperdruck nach, so dass es sich wie Schweben anfühlt. Meistens sind im Schulterbereich besonders flexible Teller integriert, da hier besondere Anpassungsfähigkeit erforderlich ist und jeder einzelne Teller ist auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt einstellbar und sogar bei Bedarf austauschfähig. Die Beweglichkeit der Teller unter einwirkendem Druck kann man als dreidimensional bezeichnen, denn er neigt sich bei Bedarf auch seitlich, was dem „Aktivschläfer“ sehr zugute kommt.

Jede Sonnenseite hat auch ihre Schattenseite
Ein Tellerlattenrost eignet sich besonders für Menschen, die im Bett vorwiegend schlafen wollen. Für diese Zielgruppe würde man dazu raten, dies dem normalen Lattenrost vorzuziehen, auch wenn diese Variante etwas teurer ist. Gute Tellerlattenroste kosten mindestens 350 Euro. Wer im Bett sehr aktiv ist, in welcher Weise auch immer – es gibt Menschen, die leben im Bett oder machen ihre Morgengymnastik auf der Matratze – dem sei geraten, in einem Bettenfachgeschäft mit ausreichend Zeit ein „Probeliegen“ zu veranstalten. Da die Teller des Lattenrostes extrem, ja sogar dreidimensional beweglich sind, könnte sich das für sehr „aktive Schläfer“ wie starker Seegang anfühlen, man wünscht sich in der einen oder anderen Situation dann etwas mehr Halt oder Fixierung. Zwischen Matratze und dem Lattenrost sollte in jedem Fall bei einer Tellervariante zum Schutz der hochwertigen Matratze eine atmungsaktive Schutzmatte liegen, da sich sonst jeder Teller zu stark in die obere Schicht der Matratze hineindrückt. Sicherlich ist die Luftzirkulation durch die einzelnen Materialschichten der Matratze dadurch etwas erschwert. Außerdem stört diese Matte als Zwischenlage beim regelmäßigen Wenden der Matratze, da sie rutschhemmend wirkt und man aus diesem Grund die Matratze sehr stark anheben muss, damit die Matte in ihrer Position auf dem Tellerlattenrost nicht verschoben wird. Manche Hausfrau steigt beim Anlegen des frischen Spannbettlakens an die Matratze mit einem Fuß auf den Lattenrost, damit das Knie als Stütze für die Matratze fungiert, während die Hände das Laken perfekt über die Matratzenecken ziehen. Das ist bei dieser Art von Lattenrost nicht zu empfehlen, da die Teller dadurch abbrechen könnten.

Komfortables Schlafen wird jenseits der 40 besonders interessant
Dies sind in Summe aber eher „Luxusprobleme“, denn auf die Qualität des Schlafens reduziert, ist und bleibt der Tellerlattenrost für den Körper eine gesundheitserhaltende Maßnahme. Ein Tellerlattenrost wird man sich erfahrungsgemäß erst jenseits der 40 kaufen. Viel früher machen sich die meisten Menschen über solche Dinge meist keine Gedanken und sind auch nicht so sehr geneigt, für diesen Komfort Geld zu investieren. Als Kind schläft man ohne Beschwerden auch schon mal auf dem Fußboden oder beim Camping als junger Mensch auf dem Waldboden, nur mit einer Isomatte gepolstert – aber jenseits der 40 zeigt unser Körper spätestens andere Bedürfnisse an.