Terrarium Rückwand selber bauen

Ein Terrarium mit einer Rückwand als Eigenbau ist die Alternative für alle, die es gerne individuell haben. Solche Rückwände sind in den verschiedensten Materialien leicht zu gestalten.


Glasterrarien waren über lange Zeit hinweg das Standardmodell in der Tierhaltung und käuflich erwerbbare, auf die verschiedenen Normgrößen ausgerichtete, Rückwände waren inklusive. Zwar gab es schon immer auch das Terrarium mit einer Rückwand im Eigenbau, so richtig etabliert aber hat sich das Thema erst, als auch die Terrarien selbst kundenspezifischer wurden.

Grundsätzliche Vorteile der Eigenbau-Rückwand
Der gravierendste und vermutlich wichtigste Aspekt und Grund für ein Terrarium mit einer Rückwand in Eigenbau ist zweifelsohne die Optik. Gekaufte Rückwände aus Kunststoff, Kork und Rinde, sind wenig individuell und lassen nur wenig gestalterischen Spielraum. Insbesondere wenn es darum geht, möglichst verschiedene und natürliche Materialien in seinem Terrarium zum Einsatz zu bringen stößt die gekaufte Rückwand an ihre Grenzen. Außerdem ist eine Auswahl an Rückwänden, zum Beispiel für Wüstenterrarien im Fachhandel so gut wie nicht vorhanden.
Ein weiterer Vorteil ist unumstritten: der klimatische Aspekt. Ein Terrarium mit Rückwand nach den eigenen Vorstellungen und Anforderungen ist in der Materialwahl vielfältiger, sodass auch Material eingesetzt werden kann, das Feuchtigkeit reguliert, Wärme speichert oder auch einen brauchbaren Untergrund für Moose und Pflanzen bildet.

Am Anfang war das Reißbrett
Mit Ausnahme einiger Großraum-Terrarien empfiehlt sich für die meisten Terrarien eine reversible Rückwand, also eine solche, die sich auf Bedarf herausnehmen lässt. Hierfür muss exakt Maß genommen werden. Zur besseren Planung sollte ein maßstabsgetreuer Aufriss der Rückwand auf einem Blatt Papier (wahlweise, wer kann, auch am PC) erfolgen. Hier lässt sich grob einzeichnen, was man wo gestalten möchte, bevor man mit der Arbeit beginnt. Besonders wenn technische Einbauten erfolgen sollen, wie Wasserfälle, Pumpen oder Ähnliches, ist das anzuraten, um später keine Engpässe im Platzangebot meistern zu müssen.

Material und Bau
Für ein Terrarium mit einer Rückwand in Eigenbau empfiehlt sich ein robustes Trägermaterial wie Holz, wahlweise aber auch Styroporplatten. Beides sollte zuvor imprägniert werden, mit ungiftigen Stoffen. Die grobe Struktur der Rückwand wird dann aus Komponenten aus Bauschaum – für organische Gebilde – und Styropor für steinerne Flächen aufgeklebt. Hierfür verwendet man Fliesenkleber, welchen man später auch benutzt um die blanken Bauteile in mehreren Schichten einzupinseln. Flexibler Fliesenkleber gestattet es, eine steinartige Struktur zu erschaffen, auf der später auch Pflanzen und Moose wachsen und haften können. Bei Tropenterrarien kann der Fliesenkleber abschließend mit farblosen, ungiftigen Latexgebinden bestrichen werden, damit er keine Feuchtigkeit zieht. Neuartige Methoden vermischen Fliesenkleber gleich mit geimpften Torfen. Dies sorgt dafür, dass Moose dort von alleine wachsen, was auf Dauer ein sehr realistisches Bild ergibt. Für ein Terrarium mit einer Rückwand im Eigenbau, sollten stets ungiftige, möglichst natürliche Materialien verwendet werden und keine Silikone (mit Ausnahme von Aquariensilikon, oder solche die ohne Pilz-hemmende Eigenschaften daher kommen). Trocknungs- und Ausdünstungszeiten müssen unbedingt eingehalten werden.