Der weltweit verbreitete Gießkannenschimmel Aspergillus gilt als der robuste „Allesfresser“ unter den Schimmelpilzen. Die etwa 350 Arten besiedeln fast jedes Biotop und so ist es kein Wunder, dass sie häufig auf den stärkehaltigen Substraten unserer Lebensmittel vorkommen. Aspergillus terreus ist eine Art des Gießkannenschimmels, den Mediziner als „opportunistischen Erreger“ bezeichnen. Das heißt: Mutter Natur hat den Pilz gar nicht in erster Linie als Parasit oder Krankheitserreger konzipiert. Findet der Schimmel allerdings geeignete Bedingungen vor, schlägt er zu und befällt den Menschen. Die Opfer sind dann meist Personen, deren körpereigene Abwehr aus den verschiedensten Gründen geschwächt ist. Kinder, deren Immunsystem noch in der Lernphase steckt, ältere Menschen, Patienten die Immunsuppressiva einnehmen, wie zum Beispiel Allergiker und Rheumatiker, Krebspatienten in der Chemotherapie und HIV-Patienten mit ausgeprägtem AIDS-Syndrom.
Terreus verursacht die gefährliche Aspergillose
Täglich atmen wir die Sporen des Terreus ein. Meist wird das Abwehrsystem des Körpers damit fertig. Wenn nicht, keimen die Sporen zum „Myzel“ heran. Das sind die fädrigen Bildungen des diffusen Pilzkörpers. Eine Lungenmykose ist dann die Folge. Hat der Arzt diese „Aspergillose“ erkannt, leitet er schnellstens eine Behandlung ein. Denn: Die anpassungsfähigen Kosmopoliten können von der Lunge aus praktisch den gesamten Körper befallen. Besonders gravierend wirkt sich eine Infektion aus, wenn der Pilz an den Nasenschleimhäuten Platz greift. Ganze Gesichtspartien können dann absterben. Auf diese „Gesichtsnekrose“ folgt im schlimmsten Fall noch eine „Rhinocerebralmykose“. Dabei zersetzt der gefährliche Pilz sogar Nervengewebe im Gehirn. Und das ist noch nicht Alles. Der Gießkannenschimmel produziert gleich eine ganze Reihe krebserregender Stoffe. So entstehen schlussendlich noch bösartige Tumore im Gefolge einer Infektion.
Auch ohne Infektion kann Terreus gefährlich werden
Die karzinogenen Substanzen, die der Gießkannenschimmel absondert, befinden sich natürlich auch in verschimmelten Lebensmitteln, wenn sie mit den Aspergillen verseucht sind. Nachlässigkeiten in der Küchenhygiene sind daher auch ein ernsthaftes Krebsrisiko, auch wenn es nicht zur direkten Infektion kommt. Der Kontakt mit den Sporen des Terreus kann außerdem noch Allergien auslösen. Das klingt zwar noch relativ harmlos, allerdings kann Asthma als allergische Komplikation ebenfalls lebensgefährlich sein.