Testamentsvollstrecker - Bestellung und Pflichten

Der Erblasser kann mehrere Testamentsvollstrecker zur gemeinschaftlichen Amtsführung bestimmen.


Die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers ist für den Erblasser immer dann interessant, wenn er sich nicht sicher ist, ob er sein Testament oder seinen Erbvertrag willentlich in der Zukunft auch so vollziehen will. Wer sich seiner Anordnungen also nicht sicher ist, der sollte einen Testamentsvollstrecker beauftragen den Nachlass bei Eintritt des Erbfalles zu verwalten und dann zu verteilen.


Die Anordnung einer Testamentsvollstreckung
Die Berufung eines Testamentsvollstreckers erfolgt durch Testament oder Erbvertrag. Dabei bleibt es dem Erblasser überlassen, ob er gleich mehrere Testamentsvollstrecker bestimmt, um auf diese Weise eine gemeinschaftliche Amtsführung zu bestimmen. Um sicher zu gehen für den Fall, dass ein Testamentsvollstrecker ausfällt, kann auch ein Ersatztestamentsvollstrecker bestimmt werden.
Eine weitere Möglichkeit hat der Erblasser, in dem er die Testamentsvollstreckung einem Nachlassgericht oder auch einem anderen beliebigen Dritten überträgt. Dies gilt entsprechend auch für den überlebenden Ehegatten, für einen Miterben oder für die Erbengemeinschaft insgesamt, auch sie können für dieses Amt eingesetzt werden.


Erblasser sollten für Klarheit sorgen
Erblasser sollten in ihrem Testament oder im Erbvertrag ihren Willen ausdrücklich bezeichnen, denn jeder eingesetzte Vollstrecker sorgt in der Regel für reichlich Konfliktpotenzial, wenn sich auch noch herausstellt, dass dieser nicht unparteiisch handelt. Dieses Konfliktpotenzial wäre bspw. bei einem Miterben gegeben. Neben der Gesamtvollmacht kann der Erblasser die Befugnisse für dieses Amt auch entsprechend einschränken. Dies geschieht dadurch, in dem bestimmte Vollmachten entweder auf einen einzelnen Nachlassgegenstand beschränkt werden oder lediglich Verwaltung angeordnet wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch die Möglichkeit gegeben ist, die Befugnisse für dieses Amt zu erweitern. So hat der Erblasser jederzeit die Möglichkeit, eine sog. Dauervollstreckung anzuordnen. Dies kann bis zu einer Frist von 30 Jahren geschehen.

Keine Verpflichtung zum Amtsantritt
Ein Testamentsvollstrecker ist natürlich allein durch die letztwillige Verfügung nicht verpflichtet, ein solches Amt anzunehmen. Dies geschieht durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht, ohne Angabe von Gründen. Die Aufgabenerfüllung für dieses Amt endet entweder mit Ablauf einer im Testament bestimmten Frist, mit Kündigung oder mit dem Tod des Vollstreckers. Dabei darf ein Amtsende nicht gleich gesetzt werden mit dem Ende der Testamentsvollstreckung! Sie ist dann nicht zu Ende, wenn ein Nachfolger für dieses Amt bestimmt wurde oder wenn dem Nachlassgericht die Auswahl für diese Amtsbesetzung überlassen wurde.