Testosteronmangel entgegenwirken – Möglichkeiten

Eine Übersicht über die Aufgaben des Hormons Testosteron sowie Symptome bei einer Mangelerkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten.


Das Sexualhormon Testosteron kommt bei beiden Geschlechtern vor, unterscheidet sich dabei aber in Konzentration und Wirkungsweise. Um bei einem Testosteronmangel die richtigen Maßnahmen einzuleiten, ist es zunächst wichtig, das Hormon in seiner Funktion zu verstehen und Symptome richtig zu deuten.

Bildung und Wirkungsweise von Testosteron im Körper
Bei Männern wird Testosteron überwiegend in den Hoden produziert. Auch die Nebennierenrinde bildet in kleinen Mengen Testosteron. Bei Frauen sind die Eierstöcke und ebenfalls die Nebennierenrinde für die Testosteronproduktion zuständig, die aber im Vergleich zum männlichen Organismus weitaus geringer ist. Frauen, die zu viel Testosteron produzieren neigen zur sogenannten Vermännlichung mit Phänomenen wie dem Oberlippenbart, der Klitorisvergrößerung oder dem Ausbleiben der Menstruation. Abhilfe kann hier eine entsprechende Anti-Baby-Pille verschaffen.
Testosteron sorgt beim Mann dafür, dass Spermien gebildet werden, der Bart und die übrige Körperbehaarung (außer dem Kopfhaar) wächst und der männliche Körper im Gegensatz zum weiblichen weniger Fett ansetzt, sondern eher den Muskelaufbau verstärkt. Psychische Bedeutung hat das Hormon insofern, da es für verstärkten Tatendrang und gesteigerte Leistungsfähigkeit sorgt, aber auch für Aggression.

Werte und Daten
Im Falle eines Testosteronmangels sinkt die Testosteronkonzentration im Blut dauerhaft unter den Durchschnittswert von 12 nmol/l und gilt als behandlungsbedürftig. Gelegentliche Schwankungen des Testosterongehalts sind dagegen völlig normal.
Etwa 30 Prozent aller über vierzigjährigen Männer leiden an Testosteronmangel ohne das dies mit den männlichen Wechseljahren in Verbindung gebracht werden kann. In diese kommen Männer deutlich später, in der Regel erst zwischen 60 und 70 Jahren.

Symptome
Symptome wie chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit, seelische Verstimmung, Abbau von Muskelgewebe und körperlicher Ausdauer, sowie Libidoverlust können bei Testosteronmangel auftreten. Nun können diese Symptome allerdings auch ganz andere Ursachen, wie beispielsweise eine Depression, haben und sollten daher unbedingt vom Arzt abgeklärt werden. Erst nach der medizinischen Indikation ist eine effektive Behandlung möglich.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung ist vielfältig und recht unkompliziert. Von Tabletten über Spritzen bis hin zu Testosteron-Salben und Pflaster gibt es einige Methoden.
Bei Injektion wirkt eine Behandlung etwa zwei bis drei Wochen, danach muss sie wiederholt werden. Tabletten haben den Nachteil, dass nicht unbedingt gewährleistet ist, dass vom Körper immer die richtige Menge des Hormons aufgenommen wird, hier ist im Besonderen auf die Art der Mahlzeiten und ihre Einnahmezeit zu achten. Die Behandlung mit einem Testosteron-Pflaster eignet sich vor allem bei leichteren Mangelerscheinungen.
Natürlich sind diese Mittel verschreibungspflichtig, beziehungsweise sollten sie nur von einem Mediziner verabreicht werden.

Vorbeugende Maßnahmen
Einen Testosteronmangel kann jeder vorbeugen durch ausgewogene und gesunde Ernährung, regelmäßigen Sport und nicht zu vergessen durch konstante Erholungsphasen von den Belastungen des Alltags. Bei psychischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf Problemen und ungesunder Lebensweise tritt Testosteronmangel deutlich häufiger auf.