Unvorsichtig sollte man nicht sein, denn Testpersonen für Medikamente gehen in jedem Fall ein Risiko ein.
In Zeitungen sind sie ständig zu finden, Anzeigen, in denen Testpersonen für Medikamente gesucht werden. Viele Menschen bieten sich an in der Hoffnung, daraus einen lukrativen Nebenerwerb machen zu können. Bevor Sie einen solchen Probandenvertrag unterschreiben, sollten Sie bestens informiert sein.
Was mit dem Testpräparat geschieht, bevor Sie es erhalten
- Das Medikament, das bei Ihnen angewendet werden soll, hat bereits einige Tests durchlaufen, unter anderem an Menschenaffen. Wissenschaftliche Studien haben aber inzwischen gezeigt, dass Affen oft anders auf einen Wirkstoff reagieren als Testpersonen für Medikamente.
Nach der Pilotstudie folgt die Hauptstudie
- Wenn Sie sich für eine Hauptstudie angemeldet haben, hat das Medikament auch eine Pilotstudie am Menschen bereits bestanden. Dabei handelt es sich um einen Versuch mit ein bis drei Personen. Ihnen wurde der Wirkstoff in sehr geringer Dosis zugeführt, ohne dabei Nebenwirklungen hervorgerufen zu haben.
Die Hauptstudie und Ihre Risiken
- Dennoch sind Sie bei der Hauptstudie nicht auf der sicheren Seite. Bevor Sie als Proband angenommen werden, klärt eine intensive medizinische Untersuchung zwar Ihren aktuellen Gesundheitszustand ab.
- Während des gesamten Versuchs stehen Sie auch unter ärztlicher Kontrolle. Mit Ihnen und Ihrer Probandengruppe gibt es weitere Gruppen, in denen dieses Verfahren angewendet wird. Den Ablauf regeln gesetzlich vorgegebene Durchführungs- bestimmungen.
- Das Medikament wird Ihnen aber nach und nach in immer stärkeren Dosen zugeführt. Steigern sich die Nebenwirkungen, kann das Projekt abgesetzt werden. Die Spätfolgen, die Sie Ihrem Körper zumuten, sind oft nicht klar.
Das Risiko besteht für alle Seiten
- Gegen gesundheitliche Schäden sind die Testpersonen für Medikamente automatisch versichert. Verlieren sie ihr Leben bei dem Versuch, gilt diese Absicherung auch für die Hinterbliebenen. Das Pharmaunternehmer als Entwickler erleidet einen Imageverlust.
- Eine Klinik kommt schnell in den Ruf, mit einem Produzenten gemeinsame Sache zu machen. Das Risiko, das Sie eingehen, steht aber in keinem Verhältnis zum Verdienst.
- Anbieteter, die von Ihnen Geld fordern, um als Testperson angenommen zu werden, sind unseriös. Kliniken oder Unternehmen erstatten in einigen Fällen Fahrtkosten. Andere bieten Testpersonen für Medikamente „unter der Hand" höhere Honorare. Aber gerade dort ist Vorsicht geboten. Es könnte gefährlich werden, denn je höher das Honorar, desto höher ist die Gefahr.