Teure vs. preiswerte Mode

Ist preiswerte Mode tatsächlich qualitativ schlechter als teure Markenkleidung? Mehr über die verschiedenen Vor- und Nachteile von beiden Preisklassen können Sie hier nachlesen.


Die Frage ist so alt wie die mit dem Huhn und dem Ei. Und jedes Jahr fragt man sich wieder von neuem: Was ist denn nun besser, preiswerte Mode aus dem Discounter oder das teuer erstandene Einzelstück? Jährlich zeigen Bilder aus den Modehauptstädten dieser Welt, was im nächsten Jahr getragen werden muss, um angesagt zu sein. Die Laufstegschönheiten präsentieren dem interessierten Modekunden tragbare Garderobe oder auch abstrakte Kleiderkatastrophen. Aber ein solches Einzelstück kostet mitunter ein Vermögen. Können und sollten sich also nur Prominente, Schauspieler und andere Medienberühmtheiten den Luxus der Individualität leisten? Verschiedene Experimente mit teurer und preiswerter Kleidung haben immer wieder gezeigt, dass die Unterschiede nur von Fachleuten wahrgenommen werden können. So lange der Name also nicht sichtbar an der Vorderseite des Kleidungsstückes zu lesen ist, weiß also nur der Besitzer selbst was er trägt. Aber genau darum geht es den Modesüchtigen dieser Welt, sie möchten das Gefühl von Einzigartigkeit haben. Sie wissen, dass niemand außer ihnen selbst dieses Kleidungsstück besitzt und tragen wird. Die Kundinnen teurer Haute Couture schätzen außerdem die besondere Qualität der von Hand gefertigten Ware.

Preiswerte Mode = billig?
Umfragen haben ergeben, dass sich Frauen überwiegend preiswert einkleiden. Es scheint also, als ob frau lieber die Auswahl zwischen vielen Kleidungsstücken hat, als nur einige wenige teure Teile zur Verfügung zu haben. Doch ist preiswert gleichbedeutend mit billig? Das Wort „billig“ im Zusammenhang mit Kleidung ruft hauptsächliche negative Assoziationen hervor. Es lässt auf mindere Qualität und kurze Lebensdauer schließen, wenn man sich billig einkleidet. Aber preiswert ist eben nicht das Gleiche wie billig. Die günstigen Preise bei den so genannten Discountern kommen zustande, weil sie große Stückzahlen produzieren oder einkaufen. Ein Einzelstück hingegen wird in vielen Stunden Handarbeit mühsam zusammengesetzt, ehe es auf einer Modenschau präsentiert werden kann.
Preiswert ist auch nicht identisch mit langweilig. Die Discounter greifen die Trends der Modeschauen auf und verändern sie so, dass sie für jeden tragbar werden.

 

Individuelle Mode zu erschwinglichen Preisen
Doch die heutige Zeit ist konsumgeprägt und viele Kunden wünschen sich, den eigenen Körper in bekannte Marken zu kleiden. Die Menschen identifizieren sich mit bekannten Namen und haben ein starkes Markenbewusstsein entwickelt. Die großen Versandhäuser haben den Wunsch vieler Kunden nach berühmten Namen nun Rechnung getragen. Jette Joop oder Heidi Klum gestalten eigene Modekollektionen für Otto und Co. Auch die Modediscounter möchten ihren Kunden ermöglichen, sich in eine bekannte Marke zu hüllen. Im Jahr 2004 arbeitete das Bekleidungshaus Hennes & Mauritz erstmals mit einem namhaften Designer zusammen. Karl Lagerfeld, sehr erfolgreich für verschiedene Modelabels als Designer tätig, entwickelte eine für jeden erschwingliche Kollektion. Der Bedarf nach günstiger Markenware ist groß, denn die Regale mit den Kaschmirpullovern, Blusen und Hosen waren in wenigen Stunden deutschlandweit leer. In diesem Jahr durfte jeder von Madonna kreierte Mode käuflich erwerben.  Aber auch „echte“ Markenware kann in Outlets erworben werden. Hier bekommt man das Vorjahresmodell schon zu einem Vielfachen des Originalpreises.